Investment-Experte Fritz Schweiger: „Die USA treiben mit dem billigen Geld die Finanzmärkte weltweit an“

© KURIER/Franz Gruber

Riskant
04/28/2014

"An Finanzmärkten baut sich gewaltige Blase auf"

Die tiefen Zinsen beflügeln Aktien- und Immo-Märkte weltweit. Investor Fritz Schweiger befürchtet, dass diese Blase bald platzen könnte.

von Irmgard Kischko

Rekordstände an Aktienmärkten, enorm gestiegene Preise für Immobilien und jetzt sogar Staatsanleihen von Griechenland und Portugal, die weggehen wie die warmen Semmeln – so als gäbe es kein Risiko.

Für den österreichischen Investor Fritz Schweiger, der zusammen mit Privatstiftungen die Investment- und Beratungsgesellschaft Q-Advisers gegründet hat, sind das alles keine guten Zeichen. "Da baut sich eine Blase auf so wie vor dem Jahr 2000", befürchtet er.

Angetrieben werde der Run ins Risiko vom "billigen Geld der Notenbanken", also den extrem tiefen Zinsen und hier wiederum vor allem von den USA. "Dort boomt alles. Europäer sehen das noch gar nicht", erklärt Schweiger. Das billige Geld sei zuerst in die Aktienmärkte geflossen, dann in Immobilien und sei jetzt bei den Staatsanleihen der hoch verschuldeten südeuropäischen Länder angekommen. "Alles läuft in riskantere Veranlagungen. Auch bonitätsschwache Unternehmensanleihen, die Junkbonds, sind bei den US-Investoren wieder en vogue", weiß der Investment-Spezialist.

Kaufen würden diese risikoreicheren Veranlagungen fast ausschließlich US-Amerikaner – von Hedgefonds bis hin zu Kleinanlegern. Sie seien involviert wie schon lange nicht mehr. An Europa laufe der Boom an den Finanzmärkten großteils vorbei. "Alle, die in der Krise griechische oder spanische Anleihen oder Aktien verkauft haben, sind die Verlierer. Die Chance zum Verdienen haben jetzt andere genutzt", sagt Schweiger.

Gefahr: Zinsanstieg

Der Boom an den Finanzmärkten, der sich auch in irrational hohen Bewertungen für Social-Media-Aktien ausdrücke, gehe so lange gut, so lange die Zinsen tief bleiben. Bei einem Zinsanstieg allerdings drohe die Blase zu platzen. 2016/’17 könnte es nach Einschätzung Schweigers so weit sein.

Die aktuelle Schwächephase an den Börsen hält der Investor für eine vorübergehende Abkühlung. Die Krise in der Ukraine belaste die europäischen Märkte, in den USA wirke sie sich nicht aus. Österreichs Börse werde von internationalen Investoren mit hohem Ost-Risiko eingestuft und leide daher besonders unter diesen Problemen.

Solange die Zinsen nicht steigen, sieht Schweiger Aktieninvestments allerdings noch optimistisch. Besonders die Emerging Markets – Türkei, Brasilien, Indien, China – hält er für vielversprechend. Diese Märkte seien seit zweieinhalb Jahren nicht mehr "in", die Kurse seien zum Teil stark gefallen. Jetzt aber sieht Schweiger eine Stabilisierung und die Chance auf einen günstigen Einstieg.

Favorisiert werden von Schweiger dabei ETFs (Exchange Traded Funds): Das sind an Börsen gehandelte Investmentfonds. Die Zuflüsse in diese Fonds seien enorm.

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