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Wirtschaft
11/14/2021

Airbus erwartet wegen Corona-Krise gebremstes Branchenwachstum

Fracht-Boom kompensiert geringe Personenbeförderung.

Die Corona-Krise und ihre Folgen werden der Luftfahrt nach Prognosen des europäischen Flugzeugbauers Airbus langfristig nur einen kleinen Dämpfer versetzen. Airbus erwartet in den nächsten 20 Jahren einen weltweiten Bedarf von 39.020 neuen Passagier- und Frachtflugzeugen, wie Verkaufschef Steve Scherer auf der Luftfahrtschau in Dubai am Wochenende sagte.

Das sind nur 0,5 Prozent weniger als Airbus in der vorangegangenen Studie vor zwei Jahren - also vor Ausbruch der Pandemie - vorhergesagt hatte. Eine wachsende Nachfrage nach Frachtflugzeugen dürfte dabei das verlangsamte Wachstum des Passagierverkehrs größtenteils wettmachen.

Prognosen ähnlich wie bei Boeing

Airbus geht in der Studie nun von einem jährlichen Zuwachs von Fluggästen von 3,9 Prozent statt von 4,3 Prozent wie vor zwei Jahren aus. "Wir haben durch die Pandemie letztlich zwei Jahre Wachstum verloren", sagte Scherer. In der Zeit der Reisebeschränkungen hatten viele Unternehmen festgestellt, dass sich Dienstreisen oft durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzen lassen.

Die Prognosen von Airbus decken sich weitgehend mit denen des US-Erzrivalen Boeing, der seine Erwartungen für die Marktentwicklung in den nächsten 20 Jahren im September um ein Prozent zurückgeschraubt hatte. Unter dem unmittelbaren Eindruck der Krise 2020 hatte Boeing sich weit pessimistischer geäußert. Die Dubai Airshow ist die erste, auf der die Luftfahrtindustrie sich seit dem Corona-Ausbruch wieder präsentiert.

Minus bei Langstreckenflugzeugen erwartet

Einen Rückgang der Nachfrage erwartet Airbus vor allem für Langstreckenflugzeuge (minus 3,1 Prozent), den Bedarf A320/A321 für neue Kurzstrecken-Maschinen wie den Airbus-Verkaufsschlager sieht der französisch-deutsche Konzern dagegen praktisch unverändert im Vergleich zu 2019. Frachtflugzeuge, deren Bedeutung durch den boomenden Online-Handel stark zunimmt, könnten die Einbußen im Passagiermarkt teilweise ausgleichen.

In der Krise waren viele Güter per Flugzeug transportiert worden, weil die Pandemie die traditionellen Transportwege an Land und auf See blockierte. Airbus setzt den Bedarf an neuen Frachtmaschinen in den nächsten 20 Jahren nun mit 880 Flugzeugen an, das sind knapp drei Prozent mehr als bisher.

Zufrieden mit Resonanz zu Frachtversion

Für die Frachtversion des Airbus A350 erwarte man bald die erste Bestellung, sagte Scherer. "Ich bin recht zufrieden mit der Resonanz am Markt auf das A350-Frachtflugzeug - weltweit und in der Region." Die Order könnte Insidern zufolge von Singapore Airlines kommen. Am Rande der Flugzeugmesse verlautete aus Branchenkreisen, dass Airbus mit der Leasinggesellschaft Air Leas Corp über einen Auftrag über mehrere Dutzend Jets stehe, zu denen auch die A350-Frachtversion gehöre.

Auch Boeing hat ein Frachtflugzeug auf Basis der Boeing 777X angekündigt. Qatar Airways ist bereits in Gesprächen über eine mögliche Bestellung; FedEx wird ebenfalls als einer der ersten Käufer gehandelt. "Wir sind in recht weit fortgeschrittenen Diskussionen mit einer Reihe von Kunden", sagte Marketing- und Vertriebsmanager Ihssane Mounir von Boeing.

Alte Modelle schneller ausrangiert

Die Flugzeugbauer profitieren nach Erwartungen von Airbus auch davon, dass Fluggesellschaften alte, weniger effiziente Maschinen schneller als bisher ausrangieren. Scherer sagte, es gehe in vielen Fällen um Modernisierungen und die Reduktion von Emissionen. Nach der Studie ersetzten in den nächsten 20 Jahren 39 Prozent der neuen Flugzeuge ältere Maschinen; zuletzt hatte der Flugzeugbauer den Anteil auf 36 Prozent beziffert. Der Trend macht allerdings Zulieferern und Leasinggesellschaften Sorgen, die höhere Abschreibungen auf ihren Flugzeugbestand befürchten..

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