Wenn beim Sport die Schulter verletzt wird

Schulterverletzungen bedürfen oft einer sehr langen Behandlung.
Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in der Wiener Privatklinik, www.weinstabl.at.

Wie wird ein Schlüsselbeinbruch behandelt?

Ein Sturz auf die Schulter kann zum Bruch des Schlüsselbeins führen. Diese Verletzung ist sehr schmerzhaft und auch nicht ganz ungefährlich, da es oft zu einer Knochenabsplitterung kommt. Dabei können die unter dem Schlüsselbein liegenden Gefäße verletzt werden. Viele Schlüsselbeinbrüche können ohne Operation behandelt werden. Durch einen "Rucksackverband" wird die Schulter nach hinten gezogen und damit der Bruch ausgespannt. Nachteil ist der rund zwei Wochen andauernde Schmerz und die Behinderung. Bei verminderter Durchblutung im Arm muss operiert werden. Der Knochen wird mithilfe einer Platte eingerichtet und stabilisiert. Allerdings verbleibt eine merkbare Narbe.

Wann werden Verletzungen des Schultereckgelenks operiert?

Die Schwere der Verletzung reicht von einer Bänderzerrung bis zu einem vollständigen Riss aller Bänder im Schulterbereich. Im schlimmsten Fall sieht man deutlich, wie das Schlüsselbein höher tritt und eine Beule hervorragt. Sind die Bänder nur leicht eingerissen, lässt man sie – unterstützt durch Methoden der physikalischen Medizin wie Kälteanwendungen – vernarben. Sind die Bänder des Gelenks komplett zerrissen, aber die starken Bänder zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein noch intakt, ist eine Arthroskopie des Schultergelenks ratsam. Über einen kleinen Hautschnitt wird ein Endoskop (ein dünnes, flexibles Rohr) mit einer Minikamera in das Gelenk eingebracht. Gleichzeitig können zerstörte Bandstrukturen mit speziellen Fäden und Plättchen genäht, stabilisiert und verstärkt werden. Bei einem kompletten Riss des Bandapparates ist die Behandlungsform nicht eindeutig: Die Vor- und Nachteile einer Operation müssen individuell abgewogen werden. Die OP ist zwar kein sehr großer Eingriff, allerdings ist diese Region sehr heikel, da unter dem Schlüsselbein die großen Gefäße und Nerven zum Arm laufen und verletzt werden können. Bei einer OP werden die zerrissenen Bänder genäht und das Gelenk vorübergehend mit Schrauben und/oder Bohrdrähten stabilisiert.

Und eine Schulterverrenkung?

Bei einer Verrenkung (Luxation) werden die Gelenkflächen voneinander getrennt – der Oberarmkopf springt aus seiner Gelenkpfanne nach vorne und unten – manchmal auch nach hinten. Ein ausgekugeltes Schultergelenk muss so rasch wie möglich eingerichtet werden. Doch es bleibt eine Schädigung des Gelenks zurück – und damit das Risiko für weitere Luxationen. Um eine dauerhaft instabile Gelenksituation zu vermeiden, ist ein operativer Eingriff ratsam. Dabei werden das abgerissene Band oder der vordere Rand der Gelenkfläche entweder durch Nähte oder durch auflösbare Stifte fixiert.

Univ.- Prof. Dr. Weinstabl am Tel. (01/526 57 60): Mi., 25. 5., 12 bis 13 Uhr. eMail: gesundheitscoach@kurier.at

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