Wut und Sport vertragen sich nicht.

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Risiko: Darum sollte man wütend keinen Sport treiben
10/20/2016

Risiko: Darum sollte man wütend keinen Sport treiben

Wenn man wütend ist, sollte man lieber keinen Sport treiben. Denn das gefährdet das Herz. Das zeigt eine großangelegte, internationale Studie.

Eine Studie der kanadischen McMaster University belegt, dass sich intensive körperliche Anstrengung in Kombination mit Stress oder Wut negativ auf den Körper auswirken kann. Der Untersuchung zufolge ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden drei Mal höher, wenn man in einem aufgewühlten Zustand Sport treibt. Frühere, kleinere Studien hatten einen derartigen Zusammenhang bereits angedeutet. Andere Studien haben auch gezeigt, dass Herzinfarkte mit einer Bandbreite an Umständen zusammenhängen - unter anderem: Sportveranstaltungen, Erdbeben, Luftverschmutzung und Sex. Derartige Studienergebnisse waren jedoch meist lokal begrenzt und durch kleine Stichproben in ihrer Aussagekraft limitiert.

Wut und Sport als Risiko

Für die aktuelle Untersuchung, die im Fachblatt Circulation publiziert wurde, wurden 12.461 Herzinfarkt-Patienten aus 52 Ländern untersucht. Im Schnitt waren die Teilnehmer 58 Jahre alt. Drei Viertel der Stichprobe waren Männer. Der Fokus lag auf den Ursachen für Herzinfarkte mit besonderem Augenmerk auf dem physischen und psychischen Zustand der Probanden vor dem Infarkt.

Die Probanden mussten retrospektiv einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie ihren Gemütszustand und den physischen Anstrengungsgrad kurz vor dem Herzinfarkt und zur selben Zeit einen Tag vor dem Infarkt beschreiben mussten. So konnten die Forscher Vergleiche ziehen und mögliche Auslösefaktoren identifizieren. Zudem wurde bei jedem Teilnehmer ein umfassender medizinischer Test durchgeführt und die Krankenakte studiert.

Wut verdoppelte das Infarktrisiko binnen einer Stunde. Starke körperliche Anstrengung ebenso. In Kombination ergab sich ein dreifach erhöhtes Risiko. Zudem zeigte sich, dass das Risiko zwischen 6:00 Uhr abends und Mitternacht am höchsten war - unabhängig von anderen Faktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck oder Übergewicht.

Kritik an der Studie

Obwohl die Studie belegt, dass besonders intensive Trainingseinheiten sich nicht gut mit bestimmten Emotionen vertragen, kann daraus nicht geschlossen werden, das Sport bei Wut generell zu unterlassen ist. Das bestätigt Studienleiter Andrew Smyth. Informationen über den tatsächlichen Grad des Trainings und die genauen emotionalen Parameter der Wut wurden nicht erhoben. Zudem müsse man in Betracht ziehen, dass Angaben über Emotionen stets einer gewissen Ungenauigkeit unterworfen sind. Ein einzelner externer Umstand könne auch nicht einen Herzinfarkt auslösen. Eine medizinische Prädisposition müsse gegeben sein, so Smyth.

Immense Belastungen

Aus biologischer Sicht sind die Studienergebnisse dennoch durchaus plausibel. Sowohl Stress als auch starke körperliche Anstrengung können das Herz belasten. Unter Stress schüttet der Körper die Hormone Cortisol und Adrenalin aus, daraufhin pumpt das Herz schneller und mit mehr Druck. Im Grunde ist das nicht schädlich. Kommt es jedoch zu einer Dauerbelastung, so kann chronischer Bluthochdruck begünstigt werden. Dieser kann die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) begünstigen, die wiederum eng mit Herzinfarkten verknüpft ist.

Die Forscher der McMaster Universität empfehlen dennoch regelmäßige körperliche Betätigung. Auch zur Reduktion von Stress und Anspannung sei Sport durchaus geeignet. "Die Menschen sollten bei extremer emotionaler Belastung jedoch körperlich nicht über ihre Grenzen gehen", so Smyth.

Warum Sport dennoch gesund ist

Sport ist gesund – auch fürs Herz. Regelmäßiges Training stärkt nicht nur das Immunsystem, es beugt auch einer Vielzahl an Krankheiten vor, kräftigt die Herzmuskulatur, verringert das Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck und wirkt sich auch positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Dadurch kann Arteriosklerose und somit auch Folgeerkrankungen wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt vorgebeugt werden.

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