Wellness
30.06.2017

UV-Pflaster statt Sonnencreme?

Das Pflaster teilt dem Träger via App die individuelle Sonnenbrandgefahr mit. Experten sehen das Tool kritisch.

Im Sommer hat nicht nur der Badespaß, sondern auch das Thema Sonnenschutz Hochsaison. Diese Woche veröffentlichte das Magazin Konsument einen neuen Sonnencreme-Test. Das Ergebnis ist erfreulich: In dem Test von 14 Sonnenschutzmitteln mit höherem Lichtschutzfaktor schnitt kein Produkt schlechter als gut ab (mehr dazu hier).

Fernab von klassischem Sonnenschutz in Form von Cremes, Lotions, Gelen und Sprays, versucht sich derzeit eine neue Innovation am Markt zu etablieren. Dabei handelt es sich um ein Pflaster, das auf die Haut geklebt wird und dazu dient, die aktuelle Sonnenbrandgefahr für den Träger zu ermitteln. Möglich macht das eine Synchronisierung mit dem Smartphone, besser gesagt mit einer App.

"My UV Patch"

Hinter dem Produkt namens "My UV Patch" steht die Hautpflegemarke La Roche-Posey, die zum französischen Kosmetikhersteller L’Oréal gehört. Die Funktionsweise des Patches ist schnell erklärt: Das Patch ist etwa 2,5 Zentimeter groß und 50 Mikrometer dünn. Zusätzlich enthält es laut Hersteller photosensitive Farbstoffe, die die eigene Hautfarbe als Basis berücksichtigen. Die sich verändernde Farbe des Patches gibt die Intensität der Sonneneinstrahlung wieder. Die Verbraucher müssen mit Hilfe des Smartphones ein Foto des Patches machen und es in der mobilen App hochladen. Die App analysiert die photosensitiven Abschnitte des Patches und ermittelt den Grad der UV-Strahlung, der der Träger ausgesetzt war. Dies soll dem Verbraucher einen besseren Schutz vor schädlicher UV-Strahlung ermöglichen.

"Save your skin"

Mit der Kampagne "Save your skin" bewirbt La Roche-Posey das Pflaster derzeit in den sozialen Medien. Dort tummeln sich auch schon Fotos von Menschen, die das Patch ausprobiert haben. Mit der Aktion wolle man das Bewusstsein für die Hautkrebsvorsorge stärken. Auf der Homepage findet man jedoch auch einen Warnhinweis: "Dieses Patch wurde entwickelt, um dir dabei zu helfen, deine Sonnenexposition zu überwachen. Es schützt nicht vor der Sonne und beugt keinem Sonnenbrand vor." Selbst bei Verwendung des Pflasters sollte der übliche Sonnenschutz daher nicht vernachlässigt werden.

Nie auf klassischen Sonnenschutz verzichten

Experten sehen das Pflaster kritisch. Im Interview mit dem Schweizer Online-Portal Watson erklärt Dermatologin Anna Caroline Maassen, dass das Ziel der Sensibilisierung für die Gefahren des Sonnenlichts für die Haut löblich sei. Die Fachärztin bemängelt allerdings, dass man durch das Patch verführt werde, wenig bekleidet die Sonne aufzusuchen. "Es ist aber so, dass bei der UV-Empfindlichkeit viele Faktoren eine Rolle spielen. Nicht nur allein der Grad der UV-Strahlung", so Maassen im Interview.

Im Sommer auf klassischen Sonnenschutz und andere Maßnahmen (Schatten, Kleidung, etc.) zu verzichten und sich nur auf ein externes Tool zu verlassen, sei keinesfalls ratsam.