Die heilsame Kraft der Maschen wurde erneut belegt.

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Kreativ sein macht happy
11/29/2016

Kreativ sein macht happy

Bereits seit geraumer Zeit ist Stricken das winterliche Hobby schlechthin und auch für seinen therapeutischen Effekt bekannt. Eine Studie aus Neuseeland belegt nun, dass auch andere kreative Tätigkeiten das Wohlbefinden steigern.

Längst ist Stricken nicht mehr nur der Generation der Großmütter vorbehalten. Vielmehr haben gerade junge Menschen die Passion für selbstgemachte Wollartikel in den vergangenen Jahren wieder für sich entdeckt. Stricken ist nur einer von vielen "großmütterlichen" Traditionen, die seit einiger Zeit ein Comeback feiern und von der Modeerscheinung zum Dauerbrenner geworden sind. Auch das Einkochen von Marmelade, Sticken, Häkeln, Backesn und Malen sind wieder richtig angesagt.

Kreativität lässt Menschen "erblühen"

Wer sich diesen Aktivitäten widmet, der ist nicht nur furchtbar hip, er kann auch sein individuelles Wohlbefinden steigern. Eine aktuelle Studie der University of Otage mit 658 Studenten zeigt, dass die Probanden nach getaner Kreativarbeit glücklicher und entspannter waren, gleichzeitig aber auch mehr Energie hatten. Für die Datenerhebung mussten die Studenten 13 Tage lang täglich Tagebuch über ihre Erlebnisse und emotionale Verfassung führen. Anschließend wurden die Tagebücher analysiert. Die Studienteilnehmer gaben also an, sich nach kreativen Tagen als enthusiastischer als sonst und insgesamt positiver wahrzunehmen. Für letzteres benutzten sie den Begriff des "Flourishing" (deutsch: "Erblühen"). Der Begriff beschreibt den Forschern zufolge positiven Wachstums in einem selbst.

Obwohl in dieser spezifischen Studie die Tätigkeiten der Probanden nicht separat abgefragt wurden, ermittelten die Forscher in einer Vorgängerstudie die beliebtesten Kreativarbeiten. Darunter finden sich unter anderem das Komponieren von Liedern, kreatives Schreiben, Stricken und Häkeln, das Erfinden neuer Rezepte, Malen und Zeichnen, graphisches und digitales Design sowie Musikmachen.

Während der therapeutische Effekt des Strickens und Backens bereits in anderen Untersuchungen nachgewiesen wurde, konnten derartige Wirkungen bei den anderen Tätigkeiten noch nicht erforscht werden. Stricken senkt früheren Studien zufolge erwiesenermaßen den Blutdruck, baut Stress ab, stärkt Selbstvertrauen, Kreativität und logisches Denken. Manche Psychologen bezeichnen Stricken gar als das neue Yoga.

Wohlfühl-Effekt hält an

Spannendstes Detail der Untersuchung, die an der neuseeländischen Otago University durchgeführt wurde: Der Wohlfühl-Effekt hält an. "Kreative Tätigkeiten durchzuführen steigert auch das Wohlbefinden am Folgetag und erhöht die Wahrscheinlichkeit am nächsten Tag kreativ zu sein", so Studienleiterin und Psychologin Dr. Tamlin Connor gegenüber dem Independent.

Daraus schließen die Forscher, dass sich beide Faktoren wie in einer Aufwärtsspirale gegenseitig verstärken könnten. Kreativität im Alltag könnte daher ein wichtiges Mittel sein, mit dem sich das psychische Wohlbefinden von Tag zu Tag verbessern lassen könnte, so das Fazit der Wissenschaftler.