Wellness
14.11.2017

Forschung: Wie oft führt Sex zum Herzstillstand?

US-Forscher haben über 4.500 Menschen, die einen Herzstillstand erlitten haben, untersucht.

Playboy-Gründer Hugh Hefner soll sich zu Lebzeiten gewünscht haben, während dem Sexualakt an einem Herzstillstand zu sterben. Zwar verstarb der US-Amerikaner im September dieses Jahres tatsächlich an den Folgen eines Herzstillstandes, allerdings soll der 91-Jährige "friedlich zu Hause" eingeschlafen sein, wie es in einer Mitteilung von Playboy Enterprises damals hieß.

Doch wie wahrscheinlich ist es eigentlich, beim Sex einen Herzstillstand zu erleiden? Das haben Forscher des Cedars-Sinai Heart Institutes in Kalifornien herausgefunden. Die gute Nachricht: In Kombination mit Geschlechtsverkehr kommt er sehr selten vor. Das berichtet die BBC unter Berufung auf die Studie.

Mehr Männer betroffen

Nur bei 34 der insgesamt 4.557 untersuchten Personen hörte das Herz unmittelbar während oder eine Stunde nach dem Sexualakt auf zu schlagen. Aber: In 32 Fällen war der Patient ein Mann. Damit tritt ein durch Sex (mit)ausgelöster Herzstillstand bei Männern viel häufiger auf als bei Frauen. Die Mehrheit der betroffenen Männer war mittleren Alters, afro-amerikanischer Herkunft und hatte bereits in der Vergangenheit mit Herzerkrankungen zu kämpfen.

Die Untersuchung, die bei einer Tagung der American Heart Association im November vorgestellt wurde, sei die erste Erhebung, die Sex als Auslöser für Herzstillstände untersucht, sagte Sumeet Chugh vom Cedars-Sinai Heart Institute im Zuge des Kongresses.

Wiederbelebung ist wesentlich

Einem Herzstillstand können plötzlich eintretende Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit vorausgehen. Solche Symptome können aber auch gänzlich fehlen. Nach einem unerwarteten Herzstillstand sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Betroffenen pro Minute ohne Wiederbelebung um etwa zehn Prozent. Nach drei bis fünf Minuten treten bleibende Schäden im Gehirn auf. Daher sind gerade die ersten Minuten für das Überleben entscheidend.

Im Zuge der Studie zeigte sich auch, dass Wiederbelebungsmaßnahmen nur in einem Drittel aller Fälle angewandt wurden – auch wenn die Betroffenen zum Zeitpunkt des Stillstandes nicht alleine waren. Chugh betonte bei der Tagung daher die Relevanz dieser Maßnahmen: "Die Erkenntnisse unterstreichen die Wichtigkeit der Belehrung der Öffentlichkeit, dass Wiederbelebung bei einem Herzstillstand durch Anwesende wichtig ist, egal unter welchen Umständen er auftritt."