Eugenia Cooney bloggt über Beauty und Style.

© Instagram/Screenshot/eugeniacooney

Kontrovers: Petition gegen "zu dünne" Youtuberin
11/01/2016

Kontrovers: Petition gegen "zu dünne" Youtuberin

Eine Petition fordert die vorübergehende Löschung eines Youtube-Accounts, weil die Betreiberin "untergewichtig" ist.

Eugenia Cooney bloggt auf Youtube, Instagram und Snapchat über ihr Leben und ihre Leidenschaften. Auf Youtube, wo die junge Frau über 900.000 Abonnenten hat, spricht sie am liebsten über Beauty-Produkte und Mode. Ihre recht hagere Figur sticht dem User dabei sofort ins Auge. Viele Nutzer sehen genau darin ein Problem.

Mit einer Online-Petition wird nun die "temporäre Löschung" von Cooneys Account gefordert, da sie an einer "schwerwiegenden Erkrankung leidet und Hilfe benötigt" - so der genaue Wortlaut der Initiatoren. Auf der Website der Petition drücken Unterstützer ihre Besorgnis über die Vorbildfunktion der Youtuberin aus. Es wird unter anderem berichtet, dass eine 12-Jährige an die zehn Kilogramm abgenommen hat, um wie Cooney auszusehen.

"Sehe von Natur aus so aus"

In ihren Videos vermied es die Vloggerin bisher über ihr Gewicht zu sprechen - und das obwohl sie in den Kommentaren häufig darauf angesprochen wird. In einem Video, welches im Februar dieses Jahres auf der Videoplattform hochgeladen wurde, spricht die Bloggerin zwar über die Kritik an ihrem Körper, bestreitet jedoch den Vorwurf an einer Krankheit zu leiden. Stattdessen betont sie, dass sie "einfach von Natur aus so aussehe".

"Es gibt so viel Drama im Netz"

Mitte Oktober reagierte sie zudem auf die zahlreichen und vermehrt auftretenden Hater-Kommentare und Dislikes unter ihren Clips. Auch zu Videos anderer Youtuber, in denen sie kritisiert wird, nahm sie Stellung. "Offenbar sind einige Leute echt böse auf mich. Es tut mir wirklich leid, wenn ich irgendjemanden da draußer verärgere. Das war niemals meine Absicht", so Cooney in dem Video.

Für sie sei es jedoch schlimm zu spüren, dass so viele User sie "hassen" und schlecht über sie denken würden. Zwar wolle sie niemandem seine Meinung absprechen, sie wittere in dem kollektiven Hass gegen sie und ihr Äußeres jedoch einen Dominoeffekt. "Es gibt so viel Drama im Netz. Irgendjemand sieht ein Video, in dem ich als zu dünn beschrieben werden und auf einmal ploppen überall diese Videos auf."

Cooney betonte auch, dass jegliche Petitionen oder Hasspostings gegen sie nur den Effekt hätten, dass sie sich schlecht fühle. "Ich habe nicht das Gefühl, dass das eine gute Sache ist. Wenn überhaupt, dann ist die ganze Situation sehr aufwühlend für mich. Es geht mit gut, weil ich es gewohnt bin im Internet angegriffen zu werden. Aber das macht die Sache nicht besser."

Vom Bloggen lässt sich die junge Frau durch den virtuellen Gegenwind unterdessen nicht abhalten. Erst vor wenigen Tages postete sie einige neue Videos, in denen sie sich den ihr vertrauten Themen widmet.

Essstörungen: Zahl der Betroffenen steigt

Unklar bleibt, ob Cooney tatsächlich an einer Esstörung leidet. Auf Anfrage von Attn.com wollte Cooneys Management dies nicht kommentieren. Unumstritten ist jedoch, dass die Zahl jener Menschen, die an einer Essstörung leiden, weltweit stetig steigt. Betroffen sind vor allem Frauen. Einem Forschungsbericht der WHO zufolge leiden zwischen 0,5 und ein Prozent aller weiblichen Heranwachsenden und Erwachsenen an Anorexie. 0,9 bis 4,1 Prozent sind von Bulimie betroffen. Fünf bis 13 Prozent leiden an einer anderen Form der Essstörung. Die hohe Schwankungsbreite ergibt sich aus der enormen Dunkelziffer. In den vergangenen 60 Jahren ist die Zahl der Betroffenen in Industrienationen enorm angestiegen. Anorexie gilt in den USA nach Übergewicht und Asthma als eine der häufigsten chronischen Erkrankungen.

In Österreich erkranken laut dem Gesundheitsministerium 200.000 Österreicher und Österreicherinnen zumindest einmal in ihrem Leben an einer Essstörung. Betroffen sind auch hierzulande vor allem sehr junge Menschen, 90 bis 97 Prozent sind Mädchen beziehungsweise junge Frauen.

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