Wellness
19.12.2017

Warum wir vielleicht bald keinen Alkohol mehr trinken

Der Drogenforscher David Nutt prognostiziert, dass genau wie bei Tabak-Zigaretten, die immer mehr durch E-Zigaretten ersetzt werden, auch Alkohol bald von einer synthetischen Variante abgelöst wird.

Westliche Gesellschaften könnten innerhalb einer Generation Alkohol zugunsten von künstlichem Alkohol, von dem man am nächsten Tag keine unangenehmen Nachwirkungen spürt, aufgeben. Das prognostiziert Professor David, ein ehemaliger Drogenberater der britischen Regierung, der am Imperial College unterrichtet.

Rausch ohne Nebenwirkungen

Synthetischer Alkohol ahme alle positiven Effekte von Alkohol, wie beispielsweise soziale Enthemmung, nach, man habe jedoch davon am nächsten Tag kein Übelkeitsgefühl oder Kopfweh. Das berichtet der Independent. Nutt geht außerdem davon aus, dass elektronische Zigaretten in den nächsten zehn Jahren Tabak und herkömmliche Zigaretten ersetzen werden. "In weiteren zehn oder 20 Jahren werden westliche Gesellschaften gar keinen Alkohol mehr trinken, außer zu speziellen Anlässen", sagte er zur International Business Times.

Laut Angaben der britischen Nichtregierungsorganisation ( NGO) Alcohol Concern wurden zwischen 2014 und 2015 schätzungsweise 1,1 Million Menschen in Großbritannien im Zusammenhang mit Alkohol im Krankenhaus betreut. "Es könnte unsere Kultur maßgeblich verändern", sagte Nutt. "Wenn es weniger Berauschung gibt, wird es weniger Gewalt in den Straßen geben, weniger Erbrechen und weniger Unannehmlichkeiten in unseren Stadtzentren." Laut Nutt würden die meisten Menschen Alkohol trinken, um eine gute Zeit zu haben, obwohl ihnen dieses Verhalten trotzdem unweigerlich schadet. Nur die wenigsten würden Alkohol trinken, um sich zu prügeln oder die eigenen Sinne komplett zu betäuben.

Er gibt zu bedenken, dass Alkohol mehr Tote fordert als "Malaria, Meningitis, Tuberkolose und Denguefieber zusammen". "Wäre es nicht fantastisch, wenn wir Alkohol mit etwas ersetzen könnten, dass zu nahezu keinen Todesfällen führt?" Das, so Nutt, wäre eine der größten Errungenschaften im öffentlichen Gesundheitswesen in der Weltgeschichte.