Wellness
23.08.2018

Britische Behörde schickt verstorbener Frau Krebsvorsorge-Erinnerung

Ein britischer Journalist berichtet, dass seine verstorbene Ehefrau eine Erinnerung an die Untersuchung erhalten habe.

Eine berührende wie bizarre Geschichte verbreitet sich derzeit in den sozialen Medien. Am Mittwoch teilte Colin Brazier, britischer Journalist und Moderator für Sky News, ein Foto eines Briefes auf Twitter. Zu erkennen ist, dass das Schreiben vom nationalen Gesundheitsdienst National Health Service, kurz NHS, versandt wurde. In dem Brief wird die Adressatin, Jo Brazier, zur Vorsorgeuntersuchung im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogrammes eingeladen.

Jo Brazier kann den vorgeschlagenen Termin allerdings nicht wahrnehmen, denn sie ist – wie ihr Ehemann auf Twitter schildert – am 6. Juli dieses Jahres im Alter von 55 Jahren an den Folgen von Brustkrebs gestorben. "Ich weiß, dass der NHS einer Staatsreligion gleicht, aber Einladungen zur Brustuntersuchung stoßen bei jenen, die bereits an Brustkrebs gestorben sind, auf taube Ohren", erklärte Colin Brazier in seinem Tweet.

Colin Braziers Posting erreichte und rührte binnen kürzester Zeit zahlreiche Menschen. In den Kommentaren zum Beitrag drücken sie ihr Beileid aus – und kritisieren das Schreiben als "unsensibel" und "unwürdig".

Brazier selbst relativierte seinen Tweet wenig später. Fehler würden überall passieren, er wolle mit seinem Posting niemanden beleidigen.

Die Krankenhauseinrichtung Hampshire Hospitals, die den Brief im Auftrag der NHS verschickt hatte, hat sich bereits für das Missgeschick entschuldigt. "Wir entschuldigen uns vielmals für den Kummer, den der Brief verursacht haben muss", hieß es auf Twitter. Und weiter: "Seien Sie sicher, dass wir das alles sehr ernst nehmen." Man werde den Fall untersuchen und Lehren für die Zukunft daraus ziehen.

Diagnose Brustkrebs

Brustkrebs ist weltweit die verbreitetste Krebsform unter Frauen. In Österreich wurden laut Statistik Austria im Jahr 2015 etwa 5.400 Neuerkrankungsfälle registriert. Damit ist Brustkrebs auch hierzulande die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Mit 1.600 Sterbefällen (17 Prozent aller Krebssterbefälle bei Frauen) ist Brustkrebs aktuell auch die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen.

Die Heilungsrate ist in den letzten zehn Jahren durch eine verbesserte Früherkennung, neue Therapiekonzepte und interdisziplinäre Betreuung gestiegen. Etwa die Hälfte aller invasiven Brustkrebsfälle wird im frühen Tumorstadium diagnostiziert, was wiederum die Chancen auf Heilung durch eine entsprechende Behandlung stark erhöht. In diesem Kontext erschließt sich ganz klar die Relevanz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen und der Selbstuntersuchung der Brust.