Klage gegen Uber wegen neuer Funktion: Diskriminierung von Männern?
(Symbolbild)
Anfang März wurde in den USA eine Erweiterung einer Uber-Funktion eingeführt, die es vor allem weiblichen Kunden ermöglicht, eine Frau als Fahrerin zu buchen. In Deutschland ist in einigen Großstädten die Option bereits seit 2025 verfügbar (KURIER berichtete). Die Einführung der neuen Funktion soll vor allem die Sicherheit von Kundinnen, die nachts unterwegs sind, stärken.
Doch nicht alle sind von dem Update erfreut, denn eine Klage in Kalifornien, die dem Unternehmen die Diskriminierung von Männern vorwirft, sorgt für Schlagzeilen.
Uber will für mehr Sicherheit sorgen
Mit der Option „Women Drivers“ können weibliche Fahrgäste spontan eine Fahrt mit einer Lenkerin anfordern oder im Voraus reservieren. Fahrgäste können in den App-Einstellungen auch eine Präferenz für Fahrerinnen festlegen, was die Chancen auf eine Autolenkerin erhöht – aber nicht garantiert. Zudem haben die Fahrerinnen selbst auch die Möglichkeit, Kundinnen zu bevorzugen. Die neue Option wurde erstmals letzten Sommer in den Städten Los Angeles, San Francisco und Detroit erprobt. Jetzt sollen 26 weitere Städte den Service anbieten.
Die Option wurde laut Uber ins Leben gerufen, „weil Frauen danach gefragt hatten“. Im Jahr 2019, nachdem Frauen in Saudi-Arabien das Autofahren erlaubt worden war, startete erstmals das Pilotprojekt.
Fahrerinnen konnten sich weibliche Kunden wünschen, um diese sicher an ihr Ziel zu bringen.
Zurzeit steht die Option für Fahrerinnen in über 40 Ländern und für Fahrgäste in sieben Ländern zur Verfügung, darunter in den USA, Deutschland, Frankreich, Saudi-Arabien, Portugal, Brasilien und Spanien.
Ob die Option bald in Österreich verfügbar sein wird, ist unklar. Auf Anfrage von KURIER gab das Unternehmen bisher keine Stellungnahme bekannt.
Uber-Klage wegen Diskriminierung von Männern?
Doch jetzt wird Uber mit einer Klage gedroht, in der vorgeworfen wird, dass die Funktion „diskriminierend“ sei. Laut einer offiziellen Anklageschrift gehen nun zwei Fahrer in Kalifornien gegen das Unternehmen vor und argumentieren, dass die „Women Drivers“ gegen den Unruh Civil Rights Act des Bundesstaates verstößt, der die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts durch Unternehmen verbietet. In der Sammelklage wird argumentiert, dass die Funktion „den Geschlechterstereotyp verstärkt, dass Männer gefährlicher seien als Frauen“.
Sexuelle Übergriffe bei Uber-Fahrten
Sowohl Uber als auch der Fahrdienstleister Lyft haben in den letzten Jahren Tausende Meldungen über sexuelle Übergriffe erhalten, die sowohl von Fahrgästen als auch von Fahrern und Fahrerinnen gemeldet wurden. Eine Jury befand im Februar Uber in einem Fall von sexueller Nötigung aus dem Jahr 2023 für rechtlich haftbar. Das Unternehmen wurde dazu verurteilt, 8,5 Millionen US-Dollar (7,20 Mio. Euro) an eine Frau aus Arizona zu zahlen, die angab, von einem Uber-Fahrer vergewaltigt worden zu sein.
Uber strebt eine außergerichtliche Einigung im Schiedsverfahren an. Laut Experten stehen die Gewinnchancen für das Unternehmen gut: „Ist die Senkung des Vergewaltigungsrisikos einer Mandantin eine geschäftliche Notwendigkeit? Ich würde argumentieren, dass es eine geschäftliche Notwendigkeit ist“, sagte Anwältin Ann Olivarius, die sich auf Fälle von Geschlechterdiskriminierung und sexueller Belästigung spezialisiert hat, gegenüber Associated Press.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
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