"Dämliches Ende": Finale von "Stranger Things" erntet Kritik
Nach knapp einem Jahrzehnt wurde das Finale von "Stranger Things" veröffentlicht. Doch nicht alle Zuschauer und Zuschauerinnen waren davon überzeugt.
Am 15. Juli 2016 wurde weltweit die erste Staffel der Serie "Stranger Things" auf Netflix veröffentlicht. Die Show spielt in der fiktiven US-Stadt Hawkins (Indiana) in den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt stehen vier Buben, Mike, Will, Lucas und Dustin, die in eine Kette übernatürlicher Geschehnisse und Geheimprojekte der Regierung involviert werden.
Als einer von ihnen – Will Byers (Noah Schnapp) – verschwindet, müssen sie sich ihrem größten Abenteuer stellen, um ihren Freund zu retten. Im Fokus steht auch das mysteriöse Mädchen Elfie (Millie Bobby Brown), das plötzlich in Hawkins auftaucht und bei der Suche nach Will hilft.
Staffel 5 auf Netflix
Seit 27. November wurden die Folgen der fünften Staffel in drei Etappen auf der Streaming-Plattform veröffentlicht. Am 1. Jänner um zwei Uhr morgens ging das große Showfinale online. Nach einem Jahrzehnt wurde die Geschichte rund um die Geschehnisse in Hawkins zu Ende erzählt. Das sorgte nicht nur für zahlreiche sentimentale Tränen beim Publikum, sondern auch für reichlich Kritik im Netz.
Das Finale kam nämlich nicht bei allen Zuschauerinnen und Zuschauer gut an.
Achtung, Spoiler! Was passiert im Finale?
Nachdem Will Byers sein emotionales Coming-out hat, um sich gegen den Kampf gegen Vecna (Jamie Campbell Bower) vorzubereiten und sich von seinen Ängsten zu lösen, begibt er sich mit seinen Freunden in die Schattenwelt (Upside Down). Vecna möchte mit dem Mind Flayer die Welt übernehmen und diese mit dem dunklen Reich verschmelzen lassen.
Was ist das Upside Down?
- Es handelt sich dabei um eine Parallelwelt, die als Brücke beziehungsweise instabiles Wurmloch bezeichnet wird.
- Dieses verbindet die echte Welt mit einem Reich namens "Abyss", das ein Hawkins darstellt, welches in der Zeit eingefroren ist.
- In diesem Reich leben auch die zahlreichen Monster, wie beispielsweise die Demogorgons.
Theorie: Ist Elfie wirklich gestorben?
Nachdem es den Freunden gelingt, Vecna mithilfe von Elfies und Wills Kräften zu bezwingen, schaffen sie es auch, die zwölf entführten Kinder (darunter Holly und Derek) zu befreien. Vecna stirbt, nachdem Joyce (Winona Ryder) seinen Kopf abhackt. Als sie alle gemeinsam in die echte Welt zurückkehren, werden sie von dem Militär aufgehalten, das Elfie in Gefangenschaft nehmen möchte.
- Kurz darauf sieht man, dass sie in der Schattenwelt zurückgeblieben ist, um sich selbst zu opfern.
- In einem emotionalen Gespräch mit Mike (Finn Wolfhard), enthüllt sie, dass die Experimente erst aufhören, wenn sie selbst stirbt.
- Die Möglichkeit, weitere Kinder mit übernatürlichen Kräften zu erschaffen, wird somit verhindert.
- Während das Reich von einer selbstgebauten Bombe der Freunde zerstört wird, wird auch Elfie dabei getötet.
In einer Epilogszene, 18 Monate nach dem finalen Kampf, erklärt Mike Wheeler, dass Elfie ihren Tod nur inszeniert habe. Mithilfe von Kalis Illussionskräften (die zuvor getötet wurde) soll sie alle getäuscht haben und entkommen sein, Die Teenagerin lebe nun in einem weit entfernten Land mit drei Wasserfällen.
Schlussendlich bleibt es dem Publikum selbst überlassen, ob es daran glaubt, dass Elfie noch lebt oder tatsächlich tot ist. Im Netz wird die Annahme heiß diskutiert, viele Fans sind sich jedoch sicher, dass Mike die Theorie nur aufstellt, um den Tod seiner Freundin besser zu verarbeiten.
Warum wird das Ende von "Stranger Things" kritisiert?
Während einige Fans das Ende der Serie feiern und als "emotional" oder "episch" beschreiben, waren andere Zuschauerinnen und Zuschauer alles andere als begeistert. Sie bezeichneten den Kampf gegen Vecna als "zu einfach", "langweilig" und "unspektakulär". Ein User auf X fasste es folgendermaßen zusammen: "Der Bösewicht wurde schon nach der Hälfte des Finales getötet, niemand Wichtiges starb, Henry Creels Hintergrundgeschichte wurde nicht erklärt und es gab nur einen Zeitsprung von 18 Monaten. Das Finale von Stranger Things war das dämlichste Ende, das ich je gesehen habe, gleichauf mit dem von Umbrella Academy."
In einem anderen Posting heißt es: "Das Finale von Stranger Things war so schlecht, dass der Bösewicht durch Schüsse und Feuer getötet wurde." Ein weiterer Fan bezeichnete die letzte Folge (mit einer Spieldauer von zwei Stunden) als "überhastet und enttäuschend". Das Finale habe sich "wie eine ganz andere Serie angefühlt".
Haben die Duffer-Brüder behauptet, dass fünf Charaktere sterben?
Im Netz wird zudem die Annahme verbreitet, dass die Duffer-Brüder behauptet hätten, dass mehrere Figuren im Finale sterben würden. Das ist jedoch nicht ganz korrekt, wie ein Interview mit Hollywood Reporter zeigt. Matt Duffer erklärte darin: "Es ist nicht Game of Thrones. Wir sind nicht in Westeros. Ich liebe Game of Thrones, aber es ist einfach eine ganz andere Art von Serie. Es wird keine Situation wie bei der 'roten Hochzeit' geben. Ich denke, dass im Finale einige sehr überraschende Dinge passieren, aber wir versuchen nicht, jemanden zu schockieren oder zu verärgern. Ich hoffe, dass die Zuschauer am Ende des Finales das Gefühl haben, dass das, was passiert, irgendwie unvermeidlich war, und dass es nicht schmerzhaft, sondern befriedigend ist."
Hintergrund: Die rote Hochzeit war bei "GoT" einer der brutalsten Momente der Show, in dem mehrere wichtige Charaktere getötet wurden.
Dass am Ende von Stranger Thins "nur" Kali und Elfie gestorben sind, erfreute zwar viele Fans, andere kritisierten die Entscheidung der Serienmacher, da die dramatische Geschichte nicht mit der geringen Anzahl an Todesopfer zusammenpassen würde: "Manchmal gefallen uns Happy Ends, aber wenn nichts auf dem Spiel steht, fühlt es sich nicht wie eine Errungenschaft an, das Böse zu besiegen", erklärte ein Fan auf X.
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