Ostern ohne Eier? Tierschutzorganisation PETA bringt Steine ins Spiel
Keine Eier mehr zu Ostern? Die Tierschutzorganisation PETA fordert vegane Osterkörbe und bringt eiförmige Steine als Ersatz ins Spiel.
Am Karsamstag und Ostersonntag findet in vielen Kirchen traditionell die Speisensegnung der Osterkörbe statt. Auch in Österreich ist dieser Brauch weit verbreitet, insbesondere unter Katholiken. Dabei werden unter anderem gefärbte Eier, Fleisch, Schinken, Salz sowie Ostergebäck wie Osterlamm oder Pinzen geweiht.
Die Tierschutzorganisation PETA fordert nun, ausschließlich vegane Lebensmittel segnen zu lassen und bei Eiern etwa auf "eiförmige Steine" oder Eier aus Holz zurückzugreifen.
"Tierleid darf nicht gesegnet werden"
Die Osterzeit bringt die ohnehin auf Hochtouren laufende Legehennenhaltung zusätzlich unter Druck. In kurzer Zeit müssen noch mehr Eier produziert werden – zulasten von Tieren und Umwelt. Die Tierschutzorganisation PETA fordert daher Kirchengemeinden in einer Mitteilung auf, bei der Osternachtsfeier auf die Segnung tierischer Produkte zu verzichten.
Kritik an industrieller Tierhaltung
"Bei dieser Segnung soll zudem dafür gedankt werden, dass Gott den Gläubigen immer wieder neu das Leben schenkt – tierische Produkte sind allerdings mit Leid und Tod verbunden", heißt es. Stattdessen können regionale pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Brot ein Zeichen dafür sein, dass "die Kirche Nächstenliebe auch auf die ausgebeuteten Tiere in den Ställen ausweitet."
Die Organisation verweist kritisch auf die industrielle Tierhaltung, die mit Tierleid, hohen Treibhausgasemissionen und einem enormen Verbrauch landwirtschaftlicher Anbauflächen für Futtermittel einhergeht. Dabei spiele es laut PETA kaum eine Rolle, ob die Eier aus konventionellen Großbetrieben oder von kleineren Biohöfen stammen.
"Eier" aus Stein, Holz oder Ton als Alternative
Gegenüber der Bild-Zeitung betont PETA-Sprecherin Julia Weibel, dass Tradition kein Tierleid rechtfertigen könne. Als Alternative rät sie dazu, "eierförmige Steine" oder Eier aus Holz oder Ton in den Osterkorb zu legen. Auch auf das Osterlamm müsse man nicht verzichten, immerhin könne man es ganz einfach ohne Butter und Eier zubereiten.
Woher kommt die Ostereier-Tradition?
Eier gelten im Christentum als Symbol für Neubeginn, Leben und Auferstehung. Während der Fastenzeit durften sie jedoch früher nicht verzehrt werden, obwohl die Hühner weiterhin Eier legten. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht und gefärbt. So konnte man sie von den rohen Eiern gut unterscheiden. Nach der Segnung bildeten wurden sie traditionell beim gemeinsamen Ostermahl gegessen.
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