KI-Karikatur erstellen mit ChatGPT: Neuer Trend als Datenkrake?
Immer mehr User und Userinnen erstellen mit Künstlicher Intelligenz Karikaturen, die ihre Jobs und Hobbys widerspiegeln sollen.
Die Instagram-Storys unserer Freunde und unsere For-You-Page auf TikTok ist voll von KI-generierten Karikaturen, die im Rahmen eines neuen Trends erstellt werden. Nutzer und Nutzerinnen teilen KI-generierte Bilder ihrer Arbeit und Hobbys. Sie sollen einen Einblick in das Leben der jeweiligen Person geben.
Doch im Netz wird vor dem Trend gewarnt, vor allem, weil die KI unsere persönlichen Informationen sammeln soll. Die Kritik an der Erstellung der Karikaturen wird immer lauter.
KI-Karikaturen erstellen als neuer Trend
Zahlreiche Bilder, auf denen Personen ihren Bürojob, das Klassenzimmer oder ihre Hobbys mit Kameras oder Basketbällen im Hintergrund inszenieren, fluten die sozialen Medien. Die Karikaturen können mit ChatGPT erstellt werden. Dafür reichen schon ein bis zwei Bilder von sich selbst oder einer anderen Person. Als Prompt kann man beispielsweise eingeben: "Erstelle eine Karikatur von mir und meinem Beruf basierend auf allem, was du über mich weißt."
Um die Karikaturen zu erstellen, benötigt ChatGPT aber eine Menge an persönlichen Daten. Die KI soll dann vor allem Informationen aus vergangenen Chats sammeln, die man mit dem Programm geführt hat. Dass es sich dabei um sehr sensible Informationen handelt, scheinen zahlreiche Nutzer und Nutzerinnen zu ignorieren. Die KI speichert alles über die eigenen Interessen, den Beruf und möglicherweise auch über die Familienmitglieder, die man gegenüber dem Programm erwähnt.
User Sunusi Danjuma Ali erstellte ebenfalls eine Karikatur und teilte diese auf X. Seine schlechtes Gewissen bezüglich des Datenschutzes holte ihn jedoch schnell ein. Als ein anderer Nutzer kommentierte, dass die Künstliche Intelligenz mehr über ihn wisse, als seine eigene Familie, reagierte Ali mit der Aussage: "Das hat mir ein bisschen Unbehagen bereitet. Jemand besitzt die KI und hat unsere Daten 🙄."
Kritik an KI-Trend
Obwohl der überaus unterhaltsame Trend im Netz Wellen schlägt, warnen einige Personen davor, mitzumachen. Wer freiwillig einer KI seine persönliche Informationen geben würde, sei "leichtsinnig" und "naiv".
Auch Experten und Expertinnen warnen vor solchen Praktiken: "Wenn man Fotos und persönliche Daten in einen Chatbot wie ChatGPT hochlädt, 'erfasst und analysiert die Plattform all diese Informationen'", erklärte der Cybersicherheitsberater Jake Moore gegenüber Forbes, der bei dem Softwareunternehmen ESET tätig ist. "Diese Informationen werden gespeichert und dienen unter anderem dazu, diese beeindruckenden Modelle zu trainieren, wobei die langfristigen Verwendungszwecke noch unklar sind."
Wer nicht möchte, dass die geteilten Inhalte und Medien von dem System verarbeitet werden, kann laut den Nutzungsbedingungen von OpenAI widersprechen. "Bitte beachten Sie, dass dies in einigen Fällen die Fähigkeit unserer Dienste einschränken kann, besser auf Ihren spezifischen Anwendungsfall einzugehen", heißt es auf der Webseite.
KI als Umweltsünde
Während einige User und Userinnen die von der Künstlichen Intelligenz generierten Bilder feiern, weisen andere Nutzer und Nutzerinnen im Netz darauf hin, wie umweltschädlich der Einsatz von KI ist. Wie eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass "der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren droht, die Klimaziele massiv zu gefährden."
- Laut den Untersuchungsergebnissen wird der Strombedarf der Zentren im Jahr 2030 bereits elfmal so hoch sein wie 2023.
- Wie Greenpeace berichtet, entspricht das dem "heutigen Stromverbrauch sämtlicher herkömmlicher Rechenzentren weltweit."
Wie viel Wasser braucht KI?
Auch der Einsatz von Wasserressourcen ist erschreckend. Wie das Enviromental and Energy Study Institute (EESI) berichtet, greifen die Entwickler von Rechenzentren zunehmend auf Süßwasserressourcen zurück, um den Wasserbedarf der Rechenzentren zu decken. Das gefährdet viele umliegende Gemeinden.
- Große Rechenzentren können bis zu knapp 19 Millionen Liter Wasser pro Tag verbrauchen. Das entspricht dem Wasserverbrauch einer Stadt mit 10.000 bis 50.000 Einwohnern und Einwohnerinnen.
- Neuartige Technologien wie die Direktkühlung des Chips und die Immersionskühlung können den Wasser- und Energieverbrauch von Rechenzentren reduzieren.
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