Misogyn und rassistisch: Warum KI-Videos über Früchte problematisch sind
Im Netz verbreiten sich immer mehr KI-Videos, die sich um Früchte, die ihre Partner betrügen, drehen. Der Trend ist jedoch alles andere als unbedenklich.
Seit Wochen findet man auf Plattformen wie TikTok, Instagram & Co. immer mehr KI-Videos, in denen es um Früchte, die als Menschen dargestellt werden, geht. Dabei erleben die Protagonisten die verrücktesten Geschichten und haben vor allem einen Fokus: Fremdgehen, Seitensprünge, Eifersucht und Co.
Doch je mehr Videos dieser Art unseren Feed fluten, desto klarer wird, dass hier nicht nur spannende Dreiecksbeziehungen behandelt werden, sondern auch frauenfeindlicher und rassistischer Content unter dem Deckmantel von Unterhaltung gepusht wird.
Fremdgehende Früchte als Hit im Netz
In den KI-Videos werden häufig Geschichten erzählt, die aus den dramatischsten Telenovelas der 90er-Jahre sein könnten. Fremdgehende Früchte, die mit Gemüsesorten anbandeln, Affären, die zu Schwangerschaften führen, oder hinterhältige Machenschaften, die sogar jede Banane rot sehen lassen.
Der Content wird dabei meist schlampig produziert, Figuren wechseln mitten in den Aufnahmen plötzlich ihre Kleidung oder verschmelzen mit dem Hintergrund. Klar ist: Quantität geht hier vor Qualität. Und obwohl vielen Usern und Userinnen klar ist, dass die Videos teilweise sehr absurd sind, fragen sich dennoch viele Menschen im Netz: „Warum habe ich mir das bis zum Ende angesehen?“, oder: "Was zur Hölle war das denn?"
Seitensprünge am Arbeitsplatz als beliebtestes Thema
Laut Know Your Meme wurde eines der ersten „Cheating-Fruit“-Videos (Fremdgehende-Früchte-Videos) am 1. März von dem TikTok-Account @trombonechef gepostet. Der Beitrag handelt von einer Erdbeere, die ihren Partner mit ihrem Vorgesetzten (einer Melanzani) betrügt und schwanger wird. In den letzten Szenen des Clips hält der Ehemann der Erdbeere das Melanzani-Baby in den Armen, schluchzt und schreit, weil das Kind wie der Chef seiner Frau aussieht. Das Video hat bisher über 3,1 Millionen Views gesammelt.
Die KI-Beiträge werden mittlerweile in den verschiedensten Sprachen produziert und werden immer beliebter.
Welcher Song wird in den Videos abgespielt?
In den Videos wird meist dasselbe Lied im Hintergrund abgespielt. Obwohl der Song „Kamin“ von den russisch-aserbaidschanischen Interpreten Emin und Jony bereits 2020 veröffentlicht wurde, erhält er durch die Verbreitung von den KI-Früchten einen neuen Hype.
Misogyne und rassistische Motive in KI-Videos
Die KI-Früchte zeigen aber auch häufig Geschichten, die vor allem frauenfeindliche und rassistische Geschichtsstränge verfolgen. So stellt eine deutsche Weißwurst ihrem Vater ihren neuen muslimischen Freund vor, der zum Konsum von Schweinefleisch manipuliert wird. In einem anderen Video wird eine Frucht von ihrem Mann aus dem Haus verbannt und verlassen, weil sie zu viele Darmwinde entlässt.
In weiteren Beiträgen werden Bodyshaming, häusliche Gewalt oder sexueller Missbrauch gegen Frauen verherrlicht. Auch Mord kommt in diesen Videos vor, der sich meist gegen die weiblichen Früchte richtet. Dass die meist „harmlos“ wirkenden Videos mit den bunten Früchten auch von Kindern und jungen Usern im Netz konsumiert werden, macht den Content noch problematischer.
KI-Content als Umweltsünde
Obwohl der Content stark kritisiert wird, wird er auch weiterhin übermäßig konsumiert. Das wirkt sich vor allem auch auf unsere Umwelt aus, da KI-generierte Videos und Bilder diese belasten.
- Eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass „der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren droht, die Klimaziele massiv zu gefährden.“
- Laut den Untersuchungsergebnissen wird der Strombedarf der Zentren im Jahr 2030 bereits elfmal so hoch sein wie 2023.
- Wie Greenpeace berichtet, entspricht das dem „heutigen Stromverbrauch sämtlicher herkömmlicher Rechenzentren weltweit.“
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