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Handy am Steuer: Polizeikontrolle von Frau ohne Arm macht fassungslos

Ein Video, das in den sozialen Medien für zahlreiche Klicks sorgt, zeigt, wie eine Frau bei einer Polizeikontrolle einer "unmöglichen Tat" beschuldigt wurde.
Polizeiauto aus den USA.

Zurzeit verbreitet sich ein Video im Netz, in dem die Autofahrerin Kathleen Thomas von einem Polizisten aufgehalten wird. Bei der Kontrolle wird der US-Amerikanerin die Handynutzung am Steuer vorgeworfen. Kurz darauf machte die 36-Jährige klar, dass das gar nicht möglich sei. 

Frau wird wegen Handynutzung angehalten

Wie CBS News berichtet, hatte sich die Polizeikontrolle bereits im Februar ereignet. Thomas hatte jedoch die Bodycam-Aufnahmen des Polizisten auf Social Media geteilt, wodurch das Video viral ging. Ein Polizist hält in dem Video die US-Amerikanerin in Lake Worth, Florida, auf und erklärt ihr, dass der Grund für den Stopp der Vorwurf von Handynutzung am Steuer sei. Thomas hätte mit ihrer "rechten Hand" ihr Mobiltelefon gehalten, während sie ihr Auto gelenkt hatte. Das soll der Polizist laut eigenen Angaben selbst gesehen haben. 

Die 36-Jährige wies diese Anschuldigung ab. Der Beamte fordert sie danach auf, "Hand aufs Herz" zu schwören, dass sie ihr Gerät nicht während der Fahrt benutzt habe. Thomas hebt anschließend ihren rechten Arm, wobei ersichtlich wird, dass sie keinen unteren Arm und vor allem keine Hand hat. Der Beamte reagiert darauf, indem er ihr sagt, sie solle ihre linke und einzige Hand heben.

Obwohl Thomas nochmals betont, dass es unmöglich sei, dass sie das Handy gehalten hat, stellt ihr der Polizist einen Strafzettel aus. Im Video erklärt er, dass Thomas die Strafe vor Gericht anfechten kann.

Frau wurde ohne Unterarm und Hand geboren

Kathleen Thomas erklärte gegenüber CBS News, dass sie zuerst dachte, dass es sich bei der Interaktion mit dem Polizisten um ein Missverständnis handelte. "Anfangs dachte ich: ‚Oh, das wird lustig, weshalb ich gelacht habe‘", sagte Thomas. "Ich habe eher gekichert, aber dann wurde sehr schnell klar, als er nicht lachte oder freundlich reagierte, dass es nicht in diese Richtung gehen würde." Anschließend sei die 36-Jährige "nervös" geworden, nachdem sie der Polizist auch aufgefordert hatte, die "Hand zu Gott zu hebe": 

"Sofort war ich ganz ich selbst und hob meine Hand zu Gott. Er erkannte das nicht als eine ausreichende Geste an, um sie Gott zu erheben, was ironisch ist, wenn man bedenkt, dass Gott mir diese Hand gegeben hat", sagte Thomas, die ohne ihren unteren rechten Arm geboren wurde. "Dann fordert er mich auf, meine linke Hand zu heben, was so etwas ist wie: ‚Okay, cool.‘ Als ich mir das später ansah, das Bodycam-Material am Wochenende erhielt und mich damit auseinandersetzte, wurde mir sofort klar, dass ich mich sehr unwohl fühlte."

Polizist wird im Netz kritisiert

Kathleen Thomas teilte die Aufnahmen im Netz, was zu mehreren Millionen Views führte. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Video auf sämtlichen Plattformen wie Instagram und TikTok. Die Kritik an dem Polizisten war dabei besonders laut: 

  • Wow, unglaublich, es ist wirklich so schwer, sich zu entschuldigen, einen schönen Tag noch? Besonders wenn du gesehen hast, dass sie behindert ist.. das ist ziemlich niedrig.“
  • „Wie kann dieser Polizist nicht vollkommen verlegen sein... aber er hat absolut keine Scham und setzt seine Erzählung fort... die völlig falsch ist“
  • „Warum gibt er nicht einfach zu, dass er einen Fehler gemacht hat, und lässt sie gehen?“
  • „Ich würde den sofort verklagen.“

Strafzettel von Beamten aufgehoben

Eigentlich wollte Thomas am 3. Juni vor Gericht erscheinen, um gegen das Bußgeld zu klagen. Doch am 25. Juni beantragte der verantwortliche Polizist, dass der ausgestellte Strafzettel aufgehoben wird. Dass der Fall doch nicht vor Gericht landet, erleichtert die 36-Jährige, die mit ihrem Fall mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für Menschen mit körperlichen Behinderungen generieren möchte.

Das Sheriff-Büro von Palm Beach County erklärte gegenüber CBS News in einer Stellungnahme, dass der Polizist "eine Verkehrskontrolle basierend auf seiner visuellen Beobachtung zum Zeitpunkt des Vorfalls eingeleitet" habe. Die Behörde erklärte, dass die Strafe nach einer Überprüfung der staatlichen Vorschriften und aufgrund der Gesamtsituation, insbesondere der "fehlenden Klarheit darüber, wie Verstöße in ihrer Software für Strafzettel kategorisiert werden", aufgehoben wurde. 

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