Witzig oder geschmacklos? Grönländer "parodieren" US-Fentanyl-Krise
Auf TikTok erhielt ein Video von Grönländern mehr als 15 Millionen Aufrufe, nachdem es sich über die Fentanyl-Krise der USA lustig gemacht hatte.
Die Grönland-Krise spitzte sich in den letzten Tagen immer weiter zu. Während US-Präsident Donald Trump zuerst mit einer Annexion Grönlands gedroht hatte, schloss er das militärisches Eingreifen in einer Rede in Davos doch wieder aus. (KURIER berichtete)
Grönland, Dänemark und die anderen europäischen NATO-Verbündeten wehren sich gegen die Annexionspläne Trumps mit der Stationierung von mehr Truppen und diplomatischem Vorgehen. Sie wollen eine Erhöhung der Präsenz der NATO insgesamt auf Grönland statt einer alleinigen Machtübernahme durch die USA. Donald Trump droht jedoch im Gegenzug mit "Strafzöllen".
Grönländer machen sich über Donald Trump lustig
Vor allem die Grönländer selbst machen im Netz klar, dass sie von einer Übernahme der USA alles andere als begeistert wären. "Lass uns in Ruhe" und "Grönland kann man nicht kaufen", erklärten Einheimische in TV-Interviews.
Ein TikTok-Video von User @pov_fromarctic hat mehr als 15,9 Millionen Aufrufe. Darin macht er sich über die Fentanyl-Krise in den USA lustig und schreibt: "Wenn man die US-amerikanische Kultur nach Grönland bringt." In der Aufnahme sind zwei Menschen zu sehen, die in einer gebückten Position im Schnee stehen oder "benommen" am Boden sitzen. Sie sollen vor allem drogenabhängige Personen imitieren, die von dem Opioid in den USA abhängig sind.
User und Userinnen feiern Fentanyl-Satire
"Als Amerikaner war ich mit dem Humor Grönlands nicht vertraut. Gut gemacht, weiter so", heißt es in der Kommentarspalte. "Der Fenty Fold ist amerikanische Kultur", postete ein anderer Nutzer. Doch nicht alle User und Userinnen fanden das Video witzig: "Ich persönlich finde es nicht lustig, sich über Drogenabhängige lustig zu machen; man kennt nie ihre Umstände", kommentierte ein X-Nutzer.
Trump und die Fentanyl-Krise
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jänner 2025 hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, hart gegen Drogenkriminalität vorzugehen. Trump forderte Mexiko auf, sich stärker im Kampf gegen den Drogenhandel einzubringen. Das angeblich mangelnde Vorgehen Mexikos unter anderem gegen Fentanyl-Schmuggel war einer der Gründe für Trumps Strafzölle gegen das Nachbarland.
- Per Dekret stufte er das Schmerzmittel Fentanyl als "Massenvernichtungswaffe" ein und behauptete entgegen der offiziellen Statistik, "200.000 bis 300.000 Menschen" würden jährlich durch das Mittel ums Leben kommen.
- Laut US-Gesundheitsbehörde sind die Zahlen deutlich geringer: Demnach starben im vergangenen Jahr schätzungsweise 80.000 Menschen an einer Überdosis. 48.000 dieser Toten starben durch den Missbrauch von Schmerzmitteln.
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