Frauen mit mehr Kindern: Studie zeigt überraschenden Gesundheitseffekt
Eine Langzeitstudie mit über 1.800 Frauen zeigt: Frauen mit drei oder mehr Geburten haben ein geringeres Schlaganfallrisiko. Die genaue Ursache ist noch unklar,
Eine Langzeitstudie, bei der über 1.800 Frauen fast zwei Jahrzehnte lang beobachtet wurden, untersuchte den Zusammenhang zwischen der kardiovaskulären Gesundheit und der Anzahl der geborenen Kinder. Den Ergebnissen zufolge haben Frauen, die drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht haben, ein deutlich geringeres Schlaganfallrisiko.
Langzeitstudie beobachtete Frauen über 18 Jahre
Veröffentlicht wurde die medizinische Beobachtungsstudie im wissenschaftlichen Fachjournal Journal of the American Heart Association (JAHA). Das Forschungsteam analysierte die Daten von 1.882 Frauen über einen Zeitraum von mehr als 18 Jahren. Zu Studienbeginn hatten die Teilnehmerinnen nachweislich keinen Schlaganfall erlitten und waren im Durchschnitt 61 Jahre alt.
Sie nahmen an der Framingham-Herzstudie teil, einer seit 1948 laufenden Langzeit-Kohortenstudie in Framingham (USA).
Die Studienteilnehmerinnen wurden in drei Gruppen unterteilt:
- Frauen ohne Kinder bzw. Lebendgeburten (Vergleichsgruppe)
- Frauen mit ein bis zwei Lebendgeburten
- Frauen mit drei oder mehr Lebendgeburten
Höhere Geburtenzahl mit geringerem Schlaganfallrisiko verbunden
Im Beobachtungszeitraum erlitten 126 der postmenopausalen Frauen einen Schlaganfall. Die Wissenschafter setzten diese Daten in Beziehung zur Anzahl der Geburten. Die Ergebnisse zeigten folgende statistische Zusammenhänge:
Frauen, die drei oder mehr Kinder geboren hatten, wiesen ein um fast die Hälfte (49 Prozent) reduziertes Schlaganfallrisiko auf. Als Referenzgruppe dienten die Frauen, die keine Kinder zur Welt gebracht hatten.
Risiko für "stummen" Schlaganfall ebenfalls niedriger
Ähnlich verhielt es sich auch bei einem sogenannten "stummen" Schlaganfall, also einem Hirnschaden, der zwar auf Scans sichtbar ist, aber ohne spürbare Symptome verläuft und daher oft unbemerkt bleibt. Auch hier war das Risiko in der Gruppe mit drei oder mehr Geburten um rund 48 Prozent geringer.
Bei den Frauen, die ein oder zwei Geburten erlebt haben, zeigte sich zwar ebenfalls die Tendenz zu einem niedrigeren Risiko, dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.
Bekannte Risikofaktoren für Schlaganfälle wie Rauchen oder Bluthochdruck wurden in der Analyse berücksichtigt und veränderten den beobachteten Zusammenhang nicht wesentlich.
Mögliche Ursachen und offene Fragen
Die Ergebnisse der Studie zeigen also einen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Lebendgeburten und dem Schlaganfallrisiko, was aber im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass Frauen ihr Schlaganfallrisiko allein durch die Geburt von mindestens drei Kindern senken können.
Als eine mögliche Erklärung für den beobachteten Zusammenhang nennen die Forschenden wiederholte Östrogenspitzen, die während der Schwangerschaft und der Geburt auftreten und gefäßerweiternde sowie potenziell gefäßschützende Effekte haben könnten. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Hypothese, die weitere Forschung erfordert.
Abschließend verweisen die Forschenden zudem auf frühere Studien, die in diesem Zusammenhang teilweise zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind.
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