Rasen, driften und angeben im Schnee: Österreicher fluten Dolomiten
Sportwagen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz rasen auf den Dolomitenpässen und stellen die Videos auf Social Media. Der Alpenverein schlägt Alarm. (Symbolbild)
Laut der Regionalzeitung Giornale Trentino fanden im vergangenen Sommer 38 Auto- und Motorradtreffen auf den Bergpässen der Dolomiten statt. Massimo Girardi, Vereinspräsident der Umwelt- und Mobilitätsinitiative Transdolomites, zeigt sich empört: "Das ist kein Reisen, das ist Straßenverkehrsgewalt".
Alpenverein entsetzt über Raser
Üblicherweise beginnt die "Raser-Saison" erst im Frühjahr, doch selbst in der Winterzeit drängen Sportwagen und Motorräder auf die Straßen des UNESCO-Welterbes. Der italienische Alpenverein (CAI) ist alarmiert über diese Entwicklungen und kritisiert seit Monaten den Massentourismus, illegale Autorennen sowie das rücksichtslose Verhalten vieler Touristen.
Illegale Driftwettbewerbe auf Skipisten und Bergpässen
Carlo Zanella, Vorsitzender des Alpenvereins, verurteilt die illegalen Autorennen aufs Schärfste, wie die Tageszeitung Corriere dell’Alto Adige berichtet:
"Ich habe mehrere dieser Videos erhalten, die mit völliger Missachtung der Regeln auf Instagram und YouTube gepostet werden. Dieses Verhalten geht mittlerweile völlig zu weit."
Videos werden im Netz veröffentlicht
Porsche, Ferrari, Lamborghini, BMW und Audi: Mit ihren Sportwagen driften die Insassen leichtfertig über vereiste Kurven der Alpenpässe und scheuen dabei selbst vor Skipisten nicht zurück. Unlängst versammelte sich eine Gruppe junger Fahrer zu einem illegalen Driftwettbewerb auf einer schneebedeckten Langlaufloipe. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie die Fahrzeuge die Loipe und das Übungsgelände einer Langlaufschule derart beschädigten, dass diese anschließend unbenutzbar waren.
Die waghalsigen Manöver und riskanten Stunts werden häufig gefilmt und anschließend als "Trophäe" in den sozialen Medien geteilt.
Viele Österreicher unter den Rasern
Viele der Rasenden kommen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, "weil bestimmte Praktiken in ihren Ländern verboten sind", erklärt Zanella. Aufgrund der vergleichsweise lockereren Verkehrsregeln würden die "Berge zu einem Spielplatz" mutieren, kritisiert der Vorstand des Alpenvereins.
Neben Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und fehlendem Respekt gegenüber dem UNESCO-Welterbe stellen derartige Rallyes zudem eine Gefahr für Einheimische und Touristen dar, betont Zanella.
CAI kritisiert mangelndes Eingreifen der Behörden
Zwar seien verstärkte Kontrollen eingeführt worden, dennoch kritisiert der Alpenverein das mangelnde Eingreifen der Behörden bei illegalen Autorennen und rücksichtslosem Fahrverhalten. Für die zahlreichen Verstöße gebe es nach wie vor zu wenig Kontrollen. Viele Regelverletzungen auf den Straßen der Dolomitenpässe blieben somit ungeahndet.
Zanella fordert daher härtere Maßnahmen und mehr Überwachung, um solche Gefährdungen einzudämmen.
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