Warnung vor Fälschung: DHL erkennt eigene Abholscheine nicht
Auf WhatsApp und in den sozialen Medien wird vor gefälschten DHL-Abholscheinen gewarnt. Polizei und DHL betonen jedoch, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.
Wie ein Kettenbrief verbreitete sich in den vergangenen Tagen auf Social Media und WhatsApp die Warnung vor manipulierten DHL-Abholscheinen. Auch der Versanddienstleiter selbst hatte zunächst vor der Betrugsmasche gewarnt, ruderte kurz darauf wieder zurück. Der Grund: Die vermeintlich betrügerischen Flyer seien doch echt.
Warnung vor angeblich gefälschten DHL-Abholscheinen
Auf dem Foto sind zwei DHL-Benachrichtigungen mit einem QR-Code abgebildet, darunter der Hinwies, dass solche Flyer derzeit in Briefkästen landen würden. "Die Betrüger hoffen darauf, dass man den QR-Code scannt, um an Daten zu gelangen", heißt es weiter. Abschließend wird zur regen Weiterverbreitung der Warnung aufgerufen.
Beim Scannen des QR-Codes solle man auf eine betrügerische Webseite weitergeleitet werden, die sich als offizielle DHL-Seite ausgibt und zur Eingabe persönlicher Daten auffordert. Ziel der Kriminellen ist es, sensible Informationen zu stehlen. Klingt zunächst plausibel, schließlich handelt es sich dabei um eine gängige Betrugsmasche.
Diese Warnung wird in den sozialen Medien verbreitet. Mittlerweile ist klar: Es handelt sich um ein bewusst verbreitete Falschmeldung.
Erste Stellungnahme von DHL
Am 29. Jänner reagierte DHL auf Instagram mit folgendem Statement:
"Hinweis auf mögliche Betrugsversuche ("Quishing") über verdächtige Flyer. [...] Wir prüfen den Sachverhalt, haben rechtliche Schritte eingeleitet und stehen mit den Behörden im Austausch. Diese Flyer stammen ausdrücklich nicht von Deutsche Post & DHL oder DHL Express!"
Die Verunsicherung war entsprechend groß, zumal die Abholscheine täuschend echt wirkten. Wie sich später herausstellte, waren sie es auch.
Wie die Arbeiterkammer Vorarlberg erklärt, handelt es sich beim sogenannten Quishing um eine vergleichsweise neue und zunehmend verbreitete Betrugsmasche. Dabei nutzen Kriminelle QR-Codes, um Opfer auf gefälschte Webseiten zu locken und dort Zahlungsdaten oder persönlichen Informationen abzugreifen.
DHL und Polizei klären über Falschmeldung auf
Das Landeskriminalamt stellt auf Nachfrage des ORF Vorarlberg klar, dass es sich um eine Falschmeldung handelt: "Diese Betrugsmasche gibt es nicht im Land Vorarlberg und es sind auch keine tatsächlichen Fälle in Deutschland bekannt." In den Polizeidienststellen in Vorarlberg seien diesbezüglich "keinerlei Anzeigeerstattungen eingegangen", heißt es weiter.
Und auch der Logistik- und Paketdienstleister DHL widerruft seine eigene Warnung in einem Statement in den sozialen Medien:
"Nach Hinweisen aus sozialen Medien zu einer möglicherweise betrügerischen DHL Benachrichtigungskarte hat DHL die gemeldeten Fälle geprüft. Ergebnis: Es handelt sich hier nicht um eine Betrugsmasche."
Die Flyer seien echt, denn die QR-Codes führen auf offizielle Subdomains von dhl.com und fragen ausschließlich nach einem "Z-Code" zur Sendungszuordnung. Das Unternehmen betont: " Eine konkrete Betrugsgefahr im Zusammenhang mit den geprüften Flyern liegt nach aktuellem Kenntnisstand nicht vor."
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