Im Kreislauf der Reinheit: Wie Wasser eine zweite Chance bekommt

VTA, der Spezialist für Abwasseroptimierung, bietet einen Ansatz, der Effizienzsteigerung ohne teure Umbauten verspricht.
Leaf With Drop On The Water

Die Anforderungen an die moderne Abwasserreinigung steigen kontinuierlich – gleichzeitig wachsen der wirtschaftliche Druck auf Kommunen und die Notwendigkeit, ökologische Ziele zu erreichen. Das oberösterreichische Unternehmen VTA steht für eigens entwickelte Systemlösungen und kombiniert sie mit präziser verfahrenstechnischer und wissenschaftlicher Begleitung. Ziel ist es, bestehende Anlagen effizienter zu machen, ohne neue Becken zu errichten oder tiefgreifende bauliche Maßnahmen umzusetzen. Die Effekte sind konkret: weniger Energieverbrauch in der Belüftung, geringerer Einsatz von Fällmitteln und deutlich reduzierte Schlammmengen, deren Entsorgung üblicherweise mit hohem Energie- und Kostenaufwand verbunden ist.

Gerade vor dem Hintergrund europäischer Vorgaben wie dem Green Deal oder der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/3019) gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Denn die Umsetzung einer vierten Reinigungsstufe würde zusätzliche Klärbecken, energieintensive Anlagen und erhebliche Investitionen erfordern. „Bei einer Kläranlage in der Größenordnung von rund 55.000 EW Ausbaugröße sprechen wir von etwa 17 Millionen Euro Investitionskosten – dazu kommen jährlich rund 1,1 Millionen Euro an Betriebskosten. Das sind hohe Summen, die kleinere Kommunen oft gar nicht aufbringen können“, erklärt Ulrich Kubinger, Gründer und Eigentümer der VTA Group. Das VTA-Verfahren setzt genau hier an und zeigt, dass sich vergleichbare Effekte auch ohne solche Maßnahmen erzielen lassen. Wirtschaftlichkeit, Reinigungsleistung und Umweltschutz werden gleichzeitig verbessert und damit kommunale Budgets nachhaltig entlastet.

Ein älterer Mann im Anzug sitzt an einem gedeckten Tisch und hält eine Brille in der Hand.

„Wir können Mikroplastik bis zu über 99 Prozent aus dem Abwasser entfernen. “

von Ulrich Kubinger

Gründer der VTA Group

Low-Cost-Verfahren

Wie diese Strategie in der Praxis funktioniert, zeigt ein Blick auf die Kläranlage Erpfendorf. Dort konnten durch den Einsatz des Low-Cost-Verfahrens hohe jährliche Einsparungen bei Energie, Schlammmenge und Betriebsmitteln erzielt werden. Bemerkenswert ist dabei, dass keinerlei Umbaumaßnahmen notwendig waren. Statt auf Beton setzte man bewusst auf VTA Liquid Engineering und damit auf eine wirtschaftlichere Lösung. Der laufende Betrieb wurde optimiert, das bestehende System blieb unverändert, und dennoch konnten deutliche Effizienzgewinne realisiert werden. Dieses Prinzip eröffnet insbesondere für Gemeinden neue Perspektiven. Klassische Infrastrukturprojekte sind oft langwierig und kostenintensiv. Das Low-Cost-Verfahren hingegen zeigt, dass auch ohne große Eingriffe spürbare Verbesserungen möglich sind. Angesichts knapper finanzieller Mittel gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Relevanz.

Drei Männer stehen an einem Becken der Kläranlage und betrachten ein Dokument.

Ein gutes Beispiele für die  Praxis ist die Kläranlage Erpfendorf.

Reinigungsleistung

Parallel dazu rücken neue Herausforderungen in den Fokus: die Entfernung von Mikroschadstoffen wie Mikroplastik, Medikamentenrückständen oder hoch persistenter PFAS. Hier kommen Produkte wie VTA Nanocarbon® zum Einsatz, die selbst kleinste Schadstoffe binden und die Reinigungsleistung erhöhen. In der Kläranlage Imst, die täglich das Abwasser von 46.000 Einwohnerwerten reinigt, wird diese Technologie bereits erfolgreich eingesetzt. Die Wirkung ist vielschichtig, denn die Schlammsedimentation verbessert sich deutlich, hydraulische Spitzen können besser abgefangen werden, und Mikroschadstoffe werden im Schlamm gebunden und fachgerecht entsorgt. Das gereinigte Wasser kann anschließend ohne Restbelastung in Gewässer zurückgeführt werden. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch in der Belüftung spürbar.

Eine schwarze Flasche mit der Aufschrift "Nanocarbon" steht vor einem weißen Hintergrund.

Nanocarbon, für das VTA das Europapatent hält, hat sich als effektives Verfahren etabliert

„Wir können Mikroplastik bis zu über 99 Prozent aus dem Abwasser entfernen. Auch bei PFAS – sogenannte Ewigkeitschemikalien“, so Ulrich Kubinger und weiter „Diese Chemikalien sind geschaffen worden, um zu bleiben. Deshalb muss man sie im Klärprozess gezielt binden und aus dem Abwasser entfernen, bevor es wieder in den Wasserkreislauf gelangt.“ Nach nur drei Monaten Praxiseinsatz zeigte sich in der Kläranlage Imst eine Reduktion des Fällmittelverbrauchs um über 30 Prozent. Auch der Energiebedarf konnte weiter gesenkt werden – trotz bereits effizienter Ausgangssituation um zusätzliche 20 Prozent. Die Kosten für das Verfahren werden dabei vollständig durch Einsparungen gedeckt. Das Ergebnis sind geringere Betriebskosten und mehr finanzieller Spielraum.

Ein Mann im Laborkittel und mit Schutzbrille hält einen großen Messzylinder mit brauner Flüssigkeit in einem Labor.

Strukturierter Ansatz

Grundlage dieses Erfolgs ist ein strukturierter Ansatz. Am Beginn steht eine umfassende Analyse, die durch das VTA Institut für Gesundheit & Umwelt wissenschaftlich begleitet wird. Energie- und Stoffstrombilanzen, Anlagenscreenings sowie Untersuchungen zu Schadstoffen und mikrobiellen Strukturen schaffen Transparenz über den tatsächlichen Zustand der Anlage. Darauf folgt eine präzise Zieldefinition, die eine maßgeschneiderte Optimierungsstrategie ermöglicht. Erst im dritten Schritt wird entschieden, ob eine reine Optimierung ausreicht oder ob weitergehende Maßnahmen notwendig sind. Die Umsetzung erfolgt ohne Stillstand und ohne Eingriffe in die bauliche Substanz, begleitet von einem interdisziplinären Expertenteam. Ein kontinuierliches Monitoring stellt sicher, dass die erzielten Verbesserungen nachhaltig wirken.

Die Vorteile gehen dabei über wirtschaftliche Aspekte hinaus. Neben der Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen verbessert sich auch die Prozessstabilität. Die Schlammproduktion sinkt, die Entwässerbarkeit steigt, und Schadstoffeinträge in die Umwelt werden minimiert. Gleichzeitig wird die Neubildung problematischer Stoffe verhindert, die durch ungünstige Prozesse entstehen können. Diese Entwicklungen sind vor dem globalen Kontext besonders relevant. Wasser ist eine zentrale Ressource, doch weltweit haben noch immer Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gleichzeitig gelangen immer mehr Schadstoffe in die Gewässer. Herkömmliche Kläranlagen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen. Technologien wie jene von VTA setzen genau an dieser Stelle an und ermöglichen eine deutlich höhere Reinigungsleistung. Ein Großteil der Schadstoffe kann gebunden und entfernt werden, bevor das Wasser in den natürlichen Kreislauf zurückkehrt. Damit wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch ein Beitrag zur globalen Gesundheit geleistet.

Effiziente Lösungen

Der Wandel in der Abwasserreinigung ist eng mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft. Strengere Richtlinien, steigende Anforderungen und der Druck zur Reduktion von Emissionen verändern laufend die Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Ansatz an Bedeutung, der Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit verbindet. VTA versteht sich dabei jedoch nicht nur als reiner Anbieter von Produkten, sondern auch als Partner im Entscheidungsprozess.

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