© Simon Steger

MUTGESCHICHTEN
06/11/2014

Tougher than iron. Harder than steel.

Der Teenie Simon Steger hat einen großen Traum für 2015 – Dabeisein beim Erzbergrodeo.

Für die einen ist es Anti-Kultur der Wahnsinnigen und Staubschlucker, für mich ist es Kult. Der Sound der Motoren klingt wie die 5. Sinfonie von Beethoven, wenn sich die besten Motorrad-Offroad-Piloten der Welt beim Erzbergrodeo in Eisenerz in der Steiermark die Stufen des Erzberges hochkämpfen. „Hart, härter, Erzberg!“, mein Traum ist es, 2015 dabei zu sein, als Jung-Trial-Fahrer und Wettkämpfer versteht sich. Und ich mache einiges dafür und habe so manche Mutprobe schon bestanden. So ist der Wengergraben in meiner Heimat Pfarrwerfen meine Trainingszone. Hier gibt es Felsen, Steine, Steilheit, Wildbach, Sumpf und rutschige Moose. Das ist schon eine Herausforderung, eine Mutprobe, die einem vieles abverlangt, egal, welches Wetter auch herrscht.

Aber meine Super-Mutprobe, die Erzbergrodeoteilnahme für nächstes Jahr, hat es besonders in sich: Denn dieser Erzberg hat eine einzigartige Form mit 30 Stufen zu je 24 Metern Höhe, die durch den Eisen-Tagebau entstanden ist. Und Härte passt auch: Denn Eisen und Stahl prägen die Kulturlandschaft dieser Region seit vielen Jahrhunderten, wo ein Wassermann die Leute damals zu diesem „Eisernen Hut“ geführt haben soll. Heute hat dies doppelte Bedeutung für uns, denn unsere Schutzhelme für den Enduro-Bewerb wirken auch irgendwie wie ein „Hut aus Eisen“.

Die Teilnahme am Erzbergrodeo ist jedenfalls die Herausforderung und das Ziel für mich, denn die Mischung aus riesiger Geröllwüste, unterbrochen durch scheinbar unbezwingbare Waldpassagen und rollende Steine bringen die leistungsstärksten Motoren zum Kochen und ich habe dort als Zuschauer schon erwachsene Männer Weinen gesehen. Da entscheidet dann nicht nur das Material, sondern auch die Frage: Wer hat Nerven aus Stahl. Schließlich erreichen nur zehn bis zwanzig der zuerst siegessicheren 1.500 Starter nach vier Stunden Strapazen, Schweiß und Staub das Ziel. Kein Wunder, heißt doch der Slogan des Sportevents: „Schwerer als Eisen. Härter als Stahl.“

Nächstes Jahr heißt es also „Aufgepasst“! Am Start ist Österreichs Erzbergrodeo-Jung-Trialstar Simon Steger.

Am Mut scheitert es nicht, eventuell am Geld. Da wäre ein Gutschein für die Traumverwirklichung wie ein warmer Regen.

Erzberg – ich komme.

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