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Lernhaus: Der Ort, wo niemand verloren geht

Über das Lernhaus des KURIER und des Österreichischen Roten Kreuzes und über die Kinder, die es trägt.
Kinder bekommen Unterstützung beim Lernen durch eine Mitarbeiterin des Österreichischen Roten Kreuz

„In den vergangenen Jahren wurden einige meiner Schulkinder vom Team des Lernhauses in Niederösterreich begleitet – mit viel Herz, mit echtem Einsatz und mit einer Geduld, die im Schulalltag oft einfach nicht möglich ist“, erzählt Iris Püribauer, Volksschullehrerin in Neunkirchen. „Für alle von ihnen war diese Unterstützung eine ungemeine Bereicherung. Für manche war sie sogar unverzichtbar, um den schulischen Erfolg überhaupt erst zu ermöglichen.“ 
Besonders in Erinnerung geblieben ist Iris Püribauer ein 11-jähriges Mädchen mit nicht-deutscher Muttersprache. Schon in der ersten Klasse plagte sie sich sehr. Die Sprache, der Stoff, das Tempo des Unterrichts – vieles lief an ihr vorbei oder ließ sie zurück. Der Aufstieg in die nächste Schulstufe war daher ungewiss. Als Pädagogin erlebt man solche Momente mit einem unguten Gefühl: Man sieht, dass ein Kind kämpft, aber der Vormittag lässt nicht den Raum, den es bräuchte. 

Raum schaffen 

Das Lernhaus Neunkirchen des Roten Kreuzes Niederösterreich schuf diesen Raum. Drei Mal die Woche wurde das Mädchen dort nachmittags begleitet – die Defizite des Vormittags wurden aufgearbeitet, die Hausaufgaben gemeinsam bewältigt, Wissenslücken geschlossen und Vertrauen aufgebaut. 

Das Team des Roten Kreuzes nahm sich die Zeit, die im regulären Unterricht fehlt, und zeigte dem Kind, dass es nicht verloren ist – sondern nur noch nicht angekommen. „Und es kam an. Langsam, aber beständig blühte das Mädchen auf. Am Ende der vierten Klasse hat es sich zu einer stabilen Schülerin entwickelt – in Mathematik sogar zu einer sehr guten“, erzählt Iris Püribauer. 

Fördern & helfen 

Dieser Weg wäre ohne das Lernhaus so nicht möglich gewesen. „Als Rotkreuz-Mitarbeiterin erfüllt mich das mit aufrichtiger Freude und tiefer Dankbarkeit – nicht nur wegen dieser einen Schülerin, sondern wegen all der Kinder, die wir bei uns unterstützen können“, meint Ulrike Linsbogen, Lernhaus-Leitung in Neunkirchen. „Das Lernhaus zeigt, was möglich ist, wenn zusätzliche Förderung einfach gelebt wird – mit Herz, mit Einsatz, mit der nötigen Zeit und auch der wertvollen Unterstützung unserer zahlreichen freiwilligen LernLesepat:innen“, ergänzt Erika Hüber-Gerberich, Pädagogin des Lernhauses Neunkirchen.

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