© Bildagentur Mühlanger

Lernhaus
06/25/2014

Das Lernhaus unterstützt Kinder in Tirol

Kostenlose Hilfe für Volksschüler

Manuel ist schon da, bevor es richtig losgeht. Der 6-Jährige kommt direkt aus der Volksschule. „Gehen wir dann auch zur Feuerwehr“, will er wissen. Die ist im Nachbarhaus der Kufsteiner Bezirksstelle des Roten Kreuzes (RK), deren Schulungsraum seit Anfang Mai Platz für das erste Lernhaus Westösterreichs bietet. Viktoria Moser gibt hier sonst Erste-Hilfe-Kurse. Die RK-Mitarbeiterin hat nun auch die Leitung des Sozialprojekts übernommen, wofür sie als Sonderschulpädagogin die besten Voraussetzungen hat. Doch man muss kein Profi sein, um hier helfen zu können: „Man sollte einfach sattelfest in Volksschulinhalten sein: Lesen, Rechnen, Schreiben“, erklärt sie.

Noch werden weitere Freiwillige gesucht, die hier zwei Mal wöchentlich Kindern beim Erledigen der Hausaufgaben und Lernen unterstützen. „In Mathe kenne ich mich gar nicht aus“, erzählt Manuel, während er zusammen mit Moser eine Jause zubereitet. Der gemeinsame Mittagstisch ist der Start in den Nachmittag, bei dem die Lernhelfer erste Kontakte mit den Kindern knüpfen.

Die pensionierte Volksschullehrerin Jutta Obergmeiner ist eine der Freiwilligen. „Es gibt viele Kinder, die in der Schule nicht mitkommen und denen ihre Eltern selbst nicht helfen können und die auch nicht das Geld für Nachhilfe haben“, weiß sie.

Für einen Abschluss„Das Lernhaus ist für Kinder gedacht, die ohne Hilfe die Pflichtschule nicht schaffen würden“, erklärt RK-Bezirksstellenleiter Heinz Scherfler. Kinder aus bildungsfernen Schichten mit mangelnden Deutschkenntnissen oder schulischen Leistungsschwächen erhalten kostenlos Nachhilfe.

Die Cousinen Lea (9) und Sofia (8) sind gemeinsam hier. Die Mädchen gehen in die gleiche Klasse. „Bei Deutsch ist das Rechtschreiben schwierig, weil ich aus Italien komme“, erklärt Sofia. Von dort sind ihre aus Marokko stammenden Eltern erst vor Kurzem nach Kufstein gezogen. „Sie sprechen Italienisch und Arabisch“, erzählt die Achtjährige. Auch sie beherrscht beide Sprachen – und spricht Deutsch bereits nahezu fließend.

Wenig später sitzen die beiden Mädchen an einem der Schreibtische und übertragen Lernwörter in ihr ABC-Heft. Zu Hause müssen sie das alleine machen. Hier wird ihnen über die Schulter geschaut und jeder Fehler gleich besprochen.

Einen Tisch weiter brütet Manuel über seiner Mathe-Hausübung und bekommt gerade von zwei Erwachsenen erklärt, warum ein Kilo Federn gleich schwer ist wie ein Kilo Mehl. Ein Erfolgsrezept im Lernhaus ist auch die Betreuung in kleinen Gruppen.

Dass Bedarf für dieses Angebot da ist, war von Anfang an klar. Drei Wochen nach dem Start kommen bereits vierzehn Kinder zum Unterricht, der immer am Montag und am Mittwoch stattfindet. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Standort in Kufstein nach nur drei Jahren seit der Eröffnung des ersten Lernhauses in Wien, nun auch im Westen Österreichs unentgeltliche Lernhilfe anbieten können“, sagt KURIER-Chefredakteur Helmut Brandstätter.

Lernhelfer gesucht

Die Finanzierung der Initiative erfolgt in erster Linie durch KURIER Aid Austria. Doch es wird auch nach regionalen Sponsoren gesucht. Das Rote Kreuz möchte das Angebot noch ausweiten. Gesucht werden auch noch Lernhelfer (Infos bei der RK-Bezirksstelle Kufstein, Telefon: 05372/6900-0).

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