Style
23.08.2018

Urlaubs-Outfits: Ziehen wir uns nur noch für Instagram an?

Lange Kleider, riesige Hüte, dazu luxuriöser Schmuck - wirklich strandtauglich ist keiner jener Looks, die in sozialen Medien gepostet werden.

Mykonos, Santorin und nicht zu vergessen Ibiza - wer auf Instagram auf der Suche nach Reiseinspiration ist, wird auf den Accounts der vielen dort aktiven Modeblogger schnell fündig. Auch modisch gab es in den vergangenen Wochen viel zu sehen. Neben perfekt sitzenden Bikinis tragen Chiara Ferragni und Co. am Strand und am Pool die neuesten Kollektionen internationaler Modehäuser. Verwaschene Tuniken und verschwitzte Haare? Kann man auf der Fotosharing-Plattform lange suchen.

Bräunen? Geht nicht

Es fängt bereits mit der Bademode an. Ungefähr die Hälfte der von Influencern präsentierten Bikinis und Badeanzüge ist so geschnitten, dass man darin zwar schnell ein nettes Foto machen kann, entspanntes Bräunen jedoch ins Wasser fällt. Hier asymmetrische Schnitte, da Rüschen, dort kunstvolle Schnürungen - diese Bikinistreifen will danach niemand haben.

Dann wären da die vielen Wallekleider, die in den Koffer müssen. Für den Strand, weitere für abends und dazu immer die passenden Designer-Sonnbrillen und Stroh-Handtaschen. Nicht nur für das Übergepäck muss bei der Planung des Sommerurlaubs neuerdings ein Extra-Budget eingerechnet werden. Immer mehr Marken designen ihre Kollektionen eigens für modebewusste Urlauberinnen.

Die britische Marke Three Graces London begann 2015 mit dem Verkauf von Nachtwäsche, darunter dünne Baumwollkleider. Innerhalb kürzester Zeit sattelte Gründerin Catherine Jonson jedoch komplett auf Urlaubsmode um, nachdem sie bemerkt hatte, dass ihre Kundinnen die Kleider lieber am Strand trugen. Kostenpunkt für die Hängerchen: bis zu 700 Euro. Mit Sonnenmilch vollkleckern sollte man sein Outfit bei solchen Preisen nicht.

Auf Urlaub zu fahren heißt für jene, die gerne ihr Leben auf Instagram teilen, scheinbar auch: Jedes Outfit muss perfekt durchdacht sein. Wo sind die Zeiten hin, in denen man in den wenigen freien Wochen, die man im Jahr hat, in hässlichen Gummi-Flip-Flops, alten Jeans-Short und mit verschwitzten Haaren herumlief? Was die perfekt inszenierten Schnappschüsse nicht verraten: Vielleicht werden die edlen Kleider und High Heels nach dem Schnappschuss dann doch wieder abgelegt.