So entsteht ein 180.000 Euro-Collier

KRISTIAN BISSUTIKORNMESSER, ERNST KLIMITSCH
Foto: KRISTIAN BISSUTI

Genesis eines Goldstücks: Der Weg in die Auslage führt über die Werkbank, auch bei teurem Schmuck. Der Werdegang eines Nobel-Colliers.

Am Anfang war ein außergewöhnlicher Stein. Ernst Klimitsch, Geschäftsführer des Juweliers Kornmesser: "Einen solchen Opal findet man einmal in vier Jahren. Oder so." Als ihm der 64,5-Karäter angeboten wurde, war Klimitsch sofort fasziniert. Dann ließ er ihn zwei Jahre liegen. "Man muss sich an einem solchen Stück ein bisschen erfreuen. Man hat Ideen, macht Skizzen, verwirft sie wieder."

In der Kornmesser-Werkstatt wird dem Besucher klar, dass besonderer Schmuck nicht produziert, sondern kreiert wird. Sie ist klein und dicht: Die hölzerne Werkbank ist weder steril noch aufgeräumt. Es liegen Werkzeuge und -stücke darauf. Ein Set kleiner Polierpinsel, winzige Feilen, Skizzen und Gussformen, ungeschliffene Goldteile. An einer Ausbuchtung sitzt Goldschmied Harald Bankmann und poliert eine massive Kette aus Goldstücken. An deren Ende sitzt, in Gold gefasst und von Diamanten umrahmt, jener außergewöhnliche Opal.

Eines Tages bekam Klimitsch doch Lust, "dem Opal einen Rahmen zu geben." Er besprach eine Skizze mit Bankmann. Es folgten Computerentwurf, Modell, Guss, Versäuberung. Bankmann: "Die einzelnen Teile von den Gusszapfen zu befreien und zu polieren, beansprucht bei so einem Stück die Hälfte der Zeit." Insgesamt arbeitete Bankmann knapp 70 Stunden an dem Collier, das in der Auslage der neuen Kornmesser-Filiale in Paris stehen wird. Preis: rund 180.000 Euro. Wer es kauft, weiß Klimitsch noch nicht: "Natürlich lädt man bei einem so außergewöhnlichen Stück Kunden ein, deren Geschmack das trifft. Aber wer es kaufen wird, ist schwer einzuschätzen."

Stein des Anstoßes: Ein seltener Opal löste den Kreativ-Prozess aus. Aus der Handzeichnung ... ...wurde ein Modell,... ... später die (hier unbehandelten) Gussteile. Die Diamanten sind Beilage. Detailverliebt:Selbst die Einzelteile ... ... der Goldkette werden handgefeilt und poliert. Natürlich wird immer auf eine genau Arbeitsweise geachtet. Die fertige Fassung für den Opal, bevor ... ... die Diamanten in die Fassung eingesetzt werden. Zum Schluss wird dann ... ... der kostbare Opal in Detailarbeit ... ... die Fassung eingepasst. Klimitsch untersucht das fertige Stück auf Makellosigkeit. Nobelpolier:Goldschmied Harald Bankmann schließt den knapp 70-stündigen Schaffensprozess mit der Hand-Politur des Colliers ab. Et voilà - so sieht das fertige Prachtstück aus.

Traditionskunst: Juwelier & Stück

Familie: Die Kornmessers stammen vom Adelsgeschlecht Lazansky von Bukowa ab. 1982 gründete der nach Chicago ausgewanderte Günther H. Kornmesser (noch immer CEO der Firma) einen Antiquitätenhandel. Neffe Ernst Klimitsch erweiterte das Geschäftsfeld um Juwelen und Schmuck, 2008 brachte er "Kornmesser Fine Jewelry" nach Österreich.

Werk: Das Stück ist ein 18-karätiges gelbgoldenes Collier mit Brillanten (zusammen 7,76 Karat) und einem Opal (64,5 Karat). Goldgewicht 239 Gramm, gesamt 254 Gramm.

(kurier / A. Halbhuber (Text) , K. Bissuti und F. Gruber (Fotos)) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?