Nicht nur die erwachsenen Royals müssen immer schick aussehen

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Der Look der Royals
05/27/2016

Selbst Prinz George hat Kleidungsvorschriften

Immer noch altbacken, ist royale Kindermode in den vergangenen Jahren zumindest etwas lockerer geworden.

Der kleine britische Prinz George, zwei Jahre alt, trägt auf Fotos oft Kniestrümpfe und Hemden. Seine Schwester, die einjährige Prinzessin Charlotte, sieht ebenfalls aus wie gemalt - meist mit Kleidchen und farblich passender Strickjacke. Auf der Insel sind die beiden Mode-Ikonen: Eltern imitieren den Stil und versuchen, die königliche Kindermode nachzuahmen.

Matrosenuniform gibt es heute nicht mehr

Mit dieser Mode und ihren versteckten Botschaften beschäftigt sich sogar schon die Wissenschaft. Und das, obwohl die Kleidung des royalen Nachwuchses für manche Betrachter etwas Altbackenes hat. Etwas Traditionelles, würden andere sagen. Dabei sei die Kindermode schon viel lockerer geworden, sagt Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert. "Die Kleidung der Mitglieder der Königshäuser hatte geschichtlich immer etwas mit Uniformen zu tun." So seien beispielsweise kleine Prinzen gern in Matrosenuniform gezeigt worden. "Das macht man heute eigentlich nicht mehr so." Dennoch werde zumindest dieser Stil ab und zu - und zu besonderen Anlässen - noch aufgegriffen.

Die besonderen Anlässe sind es auch, zu denen die kleinen Prinzessinnen und Prinzen der Öffentlichkeit gezeigt werden - und da macht man sich schick. Wer mehrere Kinder habe, achte in der Regel auch darauf, dass deren Sachen zueinander passten, sagt Seelmann-Eggebert. Manche kleiden ihre Kinder sogar komplett im Partnerlook - die niederländischen Prinzessinnen Amalia, Alexia und Ariane beispielsweise tragen auf manchen Fotos die gleichen Kleidchen, Haarschleifen und Schuhe.

Besonders traditionell wird es, wenn es um Festkleidung wie etwa ein Taufkleid geht. So wird der schwedische Prinz Oscar, jüngster Sohn von Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel, zu seiner Taufe ein altes Kleid tragen. Darin wurden unter anderem schon seine Schwester Estelle, Mutter Victoria und sein Großvater König Carl XVI. Gustaf getauft.

Der Look: Gutbürgerlich

Viola Hofmann ist Dozentin an der Technischen Universität Dortmund für Kulturanthropologie des Textilen. Für ihren Aufsatz "Fashioning Monarchy" schaute sie sich die Kleidung der britischen Königsfamilie genau an. Die Kinder dort würden mit Kleidung von Marken ausgestattet, die schon lange mit dem Königshaus verbunden seien, sagt Hofmann. "Der Nachwuchs trägt bestimmte, wieder erkennbare Bekleidungsteile und Accessoires, die die Eltern und Großeltern auch schon getragen haben."

Das Aussehen der Kinder habe etwas Gutbürgerliches: "Die sind immer ordentlich frisiert, adrett gekleidet." Trotzdem wirkten die britischen Royals auf Bildern wie eine moderne und alltägliche Familie. "Die Kinder werden nicht offensiv mit High Fashion ausgestattet, wie man es manchmal bei anderen Promi-Kindern, etwa bei den Beckhams, sieht."

"Wie sich die Mitglieder des Königshauses kleiden, ist generell ein Politikum", meint Hofmann. Da mittlerweile Umweltthemen eine wichtige Rolle im Engagement der britischen Royals spielten, passe es gut, wenn Outfits mehrfach gesichtet würden. "Oder, wenn publik wird, dass die Kinderkleidung etwa aus Biobaumwolle besteht."

Was Prinz George trägt, wird zum Bestseller

Bei Kate und William hat die Expertin aber noch etwas anderes beobachtet: Die beiden gingen recht unbefangen mit ihrem Status um - und zeigten das in der Kleidung manchmal mit einem Augenzwinkern: "So hatte Prinz George beispielsweise mal Motive mit Palastwachen auf dem Pullover."

Ähnlich wie Kates Kleider stoßen auch die des Nachwuchses auf große Resonanz in der Öffentlichkeit. So beschäftigt sich der Blog "What Kate's Kids Wore" (Was Kates Kinder getragen haben) ausschließlich mit den Outfits der Mini-Royals. Wo kann man es kaufen? Und wie kann ich so ein Outfit zusammenstellen? "Die Möglichkeit, die Outfits nachkaufen zu können, schafft eine Bindung zum Königshaus, das macht die Monarchie nahbar und es stärkt in gewisser Weise die nationale Identität", sagt Hofmann. Viele, die die Sachen gern kaufen würden, hätten aber Pech - "sie sind meist ruckzuck vergriffen".

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