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Givenchy Designer
08/21/2014

Riccardo Tisci: Der neue Superstar im Modezirkus

Der Designer wird von Stars wie Madonna und Kim Kardashian vergöttert. Der schnelle Aufstieg des Italieners.

von Christina Michlits

Auf seiner Geburtstagsparty tanzten Kate Moss und Naomi Campbell neben Jessica Chastain, Justin Bieber, P. Diddy und Kim Kardashian. All diese Promis zählt Riccardo Tisci nicht zu seinen Bekannten, es sind seine Freunde. Die A-List der Highsociety wurde nicht eingeflogen und hofiert, sie kamen auf eigene Kosten, um mit dem Designer seinen 40er drei Tage lang ausgiebigst zu feiern.

Hollywoodstars scheinen einen Narren an dem schüchternen Italiener gefressen zu haben. Reihenweise scharren sie sich um den Chefdesigner des Modehauses Givenchy und buhlen um Aufnahme in Tiscis elitäre Clique. Schauspielerin Jesscia Chastain ("Zero Dark Thirty"), die sich meist distanziert auf roten Teppichen zeigt, blüht auf, wenn sie Tisci an ihrer Seite hat. Die Rap-Szene um P. Diddy, Dr. Dre und Jay-Z vergöttert ihn und reißt ihm seine Männerkollektion aus den Händen. Kim Kardashian vertraute bei ihrem Brautkleid auf den Designer.
Offenbar verbreitet der charismatische Modemacher gute Stimmung, von der jeder etwas abhaben will. "Ich liebe Partys, Musik, das Reisen - ich liebe es einfach, ständig Menschen um mich zu haben", erzählt der gefühlvolle Italiener, der seine Instagram-Bilder vorzugsweise mit dem Tag #Love versieht. Dass Tisci vom Reality-Sternchen Kim Kardashian schwärmt und sie als Marilyn Monroe der Gegenwart beschreibt, ist für viele dann aber doch zuviel des Guten.

Seine Promi-Clique

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Nur mit Frauen aufgewachsen

Riccardo Tisci ist mit acht Schwestern und seiner Mutter in Norditalien nahe des Comer Sees aufgewachsen. Sein Vater starb, als er noch ein Baby war. Das Leben mit Frauen habe ihn stark geprägt. "Ich liebe meine Mutter über alles, sie ist mein großer Star. Ich bin so stark verbunden mit meiner Familie, und dennoch bin ich mit 17 Jahren weg von daheim. Heute wundert mich selbst, dass ich mich das getraut habe", lächelt er im Interview mit Vogue.

Er zog nach London, studierte dort Modedesign, arbeitete für verschiedene Labels wie Puma und machte nur ein Jahr lang eine Kollektion unter seinem Namen - das war 2004. Die Show wurde gefeiert. Als 2005 ein neuer Chefdesigner für das ehrwürdige aber etwas verstaubte Luxus-Label Givenchy gesucht wurde, stand plötzlich sein Name im Raum. Und tatsächlich, das französische Modehaus wollte den relativ unbekannten Tisci engagieren - den 29-jährigen Designer mit dem Nike Pulli, den abgwetzten Jeans und Sportschuhen, wie der Modemacher seinen damaligen Style beschreibt.

Die Angst vor dem neuen Job

"Ich hatte solche Angst vor dem neuen Job. Noch dazu sagten damals alle, die Haute Couture sei tot." Das Angebot habe er schließlich auch deswegen angenommen, weil seine Mutter damals ihr Haus vekaufen wollte, um seine Schwestern finanziell unterstützen zu können. "In Paris zeigten sie mir den Vertrag mit all diesen Nullen darauf. Ich dachte 'Wenn ich das jetzt unterzeichne, muss ich meine Mutter nie wieder Sorgen machen'."

Der sensible Italiener sollte sich schon bald als absoluter Glücksgriff für Givenchy herausstellen, auch wenn er sich nur langsam zum Superstar der Mode entwickelte. Seine ersten Shows für Givenchy wurden wohlwollend aufgenommen, Sensatonen ließen aber auf sich warten. Madonna, einer seiner ersten großen Fans, bescherte dem Designer 2008 Designer einen riesigen Auftrag - er sollte die Kostüme für ihre Welttournee entwerfen.
Der damals 34-Jährige wurde daraufhin nich nur von der Queen of Pop gefeiert. Seine engen Freunde Jay-Z und Kanye West ließen sogar das Cover ihres Hit-Albums "Watch the Throne" von Tisci entwerfen. Ab 2010 kam der ganz große Durchbruch. Nicht nur die Kritiker waren voll des Lobes für seine neuen Kreationen, auch finanziell sind seine Kollektionen ein Hit.

Sein Stil

"Romantik und Sinnlichkeit sind extrem wichtig für mich und meine Kreationen. Ich bin gnadenlos meancholisch. Auch Religion spielt bei meinem Style eine wichtige Rolle." Das macht sich allerdings nicht in Form von zarten Rüschen und soften Silhouetten bemerkbar. Im Gegenteil: Mit seinen düsteren Entwürfen, die an Fetischkleidung erinnern aber auch religiöse Anspielungen enthalten, machte der Italiener zuletzt von sich reden. Leder und Fell spielen eine große Rolle bei Tisci. "Ich spiele extrem viel und wild mit Materialien, das hat das Atelier zunächst etwas schockiert."

Seine Mode habe zunächst aber einmal einfach mit seinen Emotionen zu tun. "Du kannst an meinen Kollektionen meine Gesichter ablesen. Meine Unsicherheit, Finsternis, Angst, aber dann auch Glück und Zufriedenheit." Seine Wurzlen würden ihn immer verfolgen, das Aufwachsen ohne Vater in armen Verhältnissen. Wenn er schwere Zeiten habe, dann seien glückliche Leute in seinem Haus die wichtigste Motivation.

Mit seiner Clique an hochkarätigen Promis hat er diese nun an seiner Seite. Gerade zeigt Tisci seine Schuhkollektion für Nike und führt Givenchy zu den glorreichen Zeiten zurück, die das Modehaus in den 50er und 60er-Jahren erlebte. Der Designer ist am besten Weg, selbst so bekannt zu werden wie die von ihm eingekleideten Stars.

Seine Mode

Candice Swanepoel

FRANCE PARIS FASHION WEEK

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Adriana Lima

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A model presents a creation by Italian designer Ri

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Models present creations by Italian designer Ricca

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