ASOS sorgt derzeit für Negativ-Schlagzeilen

© REUTERS/SUZANNE PLUNKETT

Aufgedeckt
09/30/2016

Onlineshop ASOS behandelt Mitarbeiter "wie Sklaven"

Einer der größten Onlineshops scheint es laut einer Reportage mit der Mitarbeiterzufriedenheit nicht ernst zu nehmen.

Wer schon einmal beim populären Onlineshop asos.com bestellt hat, hat sich sich vielleicht auch gefragt, wie diese Firma das alles schafft: Jede Woche werden unzählige neue Produkte angeboten, die innerhalb von 48 Stunden bei den aus aller Welt bestellenden Kunden ankommen. Wie eine Untersuchung des Portals BuzzFeed nun zutage brachte, scheint die Schnelligkeit auf Kosten der Mitarbeiter des britischen Unternehmens zu gehen.

Keine WC- und Trinkpausen?

Im Mittelpunkt der Reportage steht das Warenlager in Barnsley im Norden Englands. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter verrieten, dass sie von Führungskräften dazu angehalten wurden, zu bestimmten Tageszeiten keine WC- oder Trinkpausen zu machen. Schichtdienste würden ohne mehr Gehalt kurzfristig geändert und ungerechtfertigte Kündigungen ausgesprochen.

Letzteres ist Joanne Gordan passiert, die während ihrer Arbeitszeit eine Panikattacke erlitt, weil sie Angst hatte, den strengen Zeitlimits nicht gerecht zu werden. Nachdem sie um eine Versetzung in einen anderen Bereich des Lagers bat, wurde sie gekündigt. "Das Management behandelt Mitarbeiter wie Sklaven", sagte ein aktueller Angestellter gegenüber BuzzFeed. Zum Schluss eines langen Arbeitstages seien die Chefs besonders streng, weil "die letzte Stunde für die Performance besonders wichtig ist." Bedeutet: Keine Pausen in dieser Zeit.

Ein anderer Mitarbeiter macht seinem Unmut ebenfalls Luft: "Mitarbeiter werden wie Maschinen behandelt". Wer sein Handy, Make-up oder Schmuck mit ins Unternehmen bringt, riskiert eine Kündigung. "Wenn man mit einem dieser Dinge im Warenhaus erwischt wird, wird man fristlos gekündigt", wie ein Mitarbeiter verriet.

ASOS wehrt sich

Bei ASOS reagierte man prompt auf den drohenden Shitstorm. Gegenüber vogue.co.uk sagte ein Sprecher: "Es gab einige Anschuldigungen bezüglich der Arbeitsbedingungen in unserem Lager in Barnsley, die unwahr, missverständlich und auf alten Informationen basieren." Diejenigen, die das Unternehmen in einem schlechten Licht darstellen wollen, würden die postiven Dinge außer Acht lassen, die ASOS für seine Unternehmen tue. Darunter würden eine frisch renovierte Kantine und Weiterbildungsprogramme fallen. Und: WC- und Trinkpausen könnten Mitarbeiter jederzeit in Anspruch nehmen.

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