Style 05.12.2011

Dresscode: Hüte sind bei Adeligen Pflicht

Wenn die Hautevolee zur royalen Traumhochzeit in Monaco einreist, hat sie (hoffentlich) ihre Garderobe akribisch auf den vorgegebenen Dresscode abgestimmt.

Den Dresscode entnimmt die erlesene Gästeschar der Einladung bzw. dem sogenannten Rulebook des Adels. Das "Buch der Bücher" gibt sämtliche Verhaltenskonventionen vor, angefangen vom Begrüßungs-Comme-il-faut (der Ranghöhere entscheidet, wem er die Hand gibt) über technische Anweisungen (Kameras und Mobiltelefone sind verboten) bis hin zu penibelsten Bekleidungsvorschriften. Das bedeutet, die Garderobe muss von Kopf bis Fuß regelkonform sein. Nicht nur in der Kirche soll das Haupt bedeckt gehalten werden, Hüte sind bei einer Adelshochzeit Pflicht. Sie müssen sowohl auf das jeweilige Outfit als auch auf die Frisur abgestimmt werden. Die Kreation darf keineswegs die eigene Schulterbreite überragen (aus Rücksicht auf andere Gäste). Mittlerweile sind auch Fascinators (kleine Hutmodelle, die seitlich angebracht werden) erlaubt, die sollten aber eher den jüngeren Damen vorbehalten bleiben. Dass eine Kopfbedeckung durchaus ein begehrtes Accessoire sein kann, beweisen die aktuellen Kreationen von Philip Treacy. Nicht umsonst trägt er den Beinamen "König der Hüte".

Weiters spielt die Farbwahl beim adeligen Stilcode eine essenzielle Rolle. Man bleibt idealerweise dezent. Animal-Prints à la Cavalli oder knallige Farbmuster wie bei Versace sind absolut tabu. Man ist Teil einer besonderen Gesellschaft und erweist den Gastgebern die Ehrerbietung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Posing am Red Carpet ist sowieso verpönt, stehen bleiben sogar verboten. Bei der Rocklänge gibt's keine Diskussion. "Kurz" bedeutet in diesem Fall mindestens eine Faustbreite unter dem Knie und der Ausschnitt fällt stets dezent aus. Auf edles Geschmeide wird Wert gelegt. Hände weg von Modeschmuck! Wo, wenn nicht bei diesem glamourösen Anlass sollten kostbare Erbstücke wie Juwelen und erlesene Perlen, ausgeführt werden. Dabei werden die Pretiosen genauso auf den Rest der Garderobe abgestimmt wie die Schuhe. Nacktes Bein wäre skandalös, Strümpfe sind obligatorisch. Noble Pumps sind zu empfehlen - Sandaletten zu Strümpfen sind hingegen ein modisches No-go.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011