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Style
08/07/2019

Beautykiller Flugzeug: Warum ein Flug schlimmer als das Solarium ist

Reisen geht nicht spurlos an der Haut vorbei. Wie unser größtes Organ in der Kabine geschützt werden kann.

von Maria Zelenko

Die meisten spüren den Unterschied bereits nach kurzer Zeit an Bord: Die Gesichtshaut spannt, die Hände werden trocken und die Lippen rissig. Schuld ist die geringe Luftfeuchtigkeit hoch über den Wolken. "Bei den meisten Flugzeugen wird die Kabinenluft währen des Fluges über die Triebwerke aufgenommen", erklärt Leonhard Steinmann von Austrian Airlines. "Die Luft in Höhen von 10.000 Metern und mehr ist sehr trocken." Das wirke sich natürlich auch auf das Klima im Inneren der Maschine aus.

Bevor die Außenluft in die Kabine geleitet wird, wird sie von speziellen Filtern gereinigt und die Feuchtigkeit künstlich erhöht. Dank dieser Maßnahmen kommt die Austrian Airlines auf rund 20 Prozent Wasserdampfgehalt in der Luft. Bei anderen Fluggesellschaften sind es gerade einmal zehn Prozent.

Nicht jede Creme passt

Purer Stress für das sensible Organ Haut. "Sie braucht rund 60 Prozent Luftfeuchtigkeit, um im Gleichgewicht zu bleiben", weiß Dermatologin Charlotte Grillitsch. Um die Haut auf die Mehrbelastung in der Kabine vorzubereiten, empfiehlt die Expertin bereits in der Nacht vor dem Abflug eine intensivere Creme oder Maske aufzutragen. Wer zu besonders trockener Haut neigt, kann einige Wochen vor dem Urlaub mit einer Ampullenkur, die die Haut mit konzentrierten Aktivstoffen versorgt, arbeiten.

An Bord gilt: Make-up ist ein absolutes No-Go, gute Feuchtigkeitspflege Pflicht. "Bitte nicht zu fettigen Cremen greifen", warnt Grillitsch. "Lipide tun der Haut im Flugzeug nicht gut, sie muss atmen können. Leichte Konsistenzen mit Hyaluronsäure sind ideal."

Immense UV-Belastung

Damit die Pflege ihre Wirkung voll entfalten kann, sollte die Haut vor dem Eincremen gereinigt werden. "Einfach etwas Gesichtswasser und Wattepads mitnehmen", rät Vera Pöllbauer, Besitzerin des Babor Beauty Spa. Um die trockene Umgebung auszugleichen, produziert die Haut laut der Kosmetikerin vermehrt Talg, der erst einmal weg muss.

Nicht zu unterschätzen ist die UV-Belastung im Flugzeug. "Dessen sollte man sich vor allem bei einem Fensterplatz bewusst sein", sagt Pöllbauer. Eine im Jahr 2015 im Fachblatt Jama Dermatology veröffentlichte Studie ergab, dass eine 56-minütige Bestrahlung im Cockpit ähnlich schädlich ist wie ein 20-minütiges Sonnenbad im Solarium. Flugzeugfenster können zwar UVB-Strahlen abhalten, UVA-Strahlen können jedoch durchdringen. Letztere verursachen zwar keinen Sonnenbrand, tragen jedoch zu frühzeitiger Hautalterung bei und erhöhen das Risiko für Melanome.

Deshalb sollten nicht nur Piloten, sondern auch Passagiere auf eine Hautcreme mit Lichtschutzfaktor zurückgreifen – und während des Flugs das Nachcremen nicht vergessen.