„Sendung mit der Maus“-Forscherin bei Flugzeugabsturz gestorben
Lydia Möcklinghoff
Lydia Möcklinghoff war Forscherin, Zoologin, Wissenschaftsjournalistin - und Abenteurerin. Am 3. Juli starb sie im Alter von 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien, wo sie als Feldforscherin arbeitete. Mehrere deutsche Medien berichteten. „Vielen Dank für deine unerschöpfliche Neugier und deine Freundlichkeit. Wir werden dich sehr vermissen“, liest man auf ihrem Instagram-Account. Zahlreiche Personen drückten im Kommentarbereich Beileidsbekundungen aus.
In Brasilien kämpfte sich Möcklinghoff schon mal mit der Machete durch den Busch und stand manchmal auch unerwartet einem Puma gegenüber. Doch ihr Interesse galt eigentlich einem anderen Tier. Wenn Lydia Möcklinghoff von Ameisenbären sprach, geriet sie ins Schwärmen. Ganz vernarrt sei sie in die Tiere, die mit ihrem buschigen Schwanz und der bananenförmigen Schnauze ein recht seltsames Bild abgeben, sagte sie 2016. Als „merkwürdig“, „etwas bräsig“ und „in einem Paralleluniversum lebend“ beschrieb die Forscherin ihre Schützlinge. Dennoch hatte sie die „wunderschönen Tiere“ in ihr Herz geschlossen.
Erfolgreiche Ameisenbär-Forscherin
Der Dortmunder Zoo zollte Möcklinghoff in einem Statement Tribut. Die traurige Nachricht von ihrem Ableben habe man mit großer Bestürzung aufgenommen. Auch der Pilot des Flugzeugs sei gestorben.
„Lydia war für uns weit mehr als eine geschätzte Forschungspartnerin. Über viele Jahre standen wir mit ihr in engem Austausch und unterstützten ihre wissenschaftliche Arbeit zu Großen Ameisenbären in Brasilien. Seit 2009 erforschte sie im Pantanal, einem Feuchtgebiet in Südamerika, das Verhalten, die Ökologie und die Lebensweise dieser Nebengelenktiere und galt international als eine der führenden Expertinnen auf diesem Gebiet. Viele Erkenntnisse aus ihrer Forschung konnten wir direkt in die Haltung und das Management von Großen Ameisenbären in Zoos einfließen lassen. Gleichzeitig boten Zoos wie auch unserer Lydia die Möglichkeit, wissenschaftliche Fragestellungen auch unter Zoobedingungen zu untersuchen. Von diesem Austausch haben beide Seiten in besonderem Maße profitiert. Mit ihrer Leidenschaft, ihrer wissenschaftlichen Neugier und ihrem unermüdlichen Einsatz hat Lydia wesentlich dazu beigetragen, unser Wissen über Große Ameisenbären zu erweitern und Schutzmaßnahmen für diese bedrohte Tierart voranzubringen. Lydia hat auch durch ihre Medienarbeit viele Menschen für den Natur- und Artenschutz begeistert und war eine wichtige Stimme für die Tierwelt des Pantanals“, heißt es in einem Posting.
„Wir verlieren nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern vor allem einen warmherzigen, lebensfrohen und außergewöhnlich engagierten Menschen.
Möcklinghoff war vielfach engagiert. Sie schrieb etwa auch Bücher („Die Supernasen“, „Ich glaub, mein Puma pfeift: Als Forscherin im reichsten Tierparadies der Welt“), produzierte Podcasts („Tierisch!“) und schuf Beiträge für die „Sendung mit der Maus“.
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