Stars
11.03.2014

Werner Schneyder: Wort und Witz als Waffe

Werner Schneyder (77) gesteht seinen größten (grünen) Irrtum ein.

Regisseur, Dramaturg, Schriftsteller, Kabarettist, Werbetexter, Boxreferee und Sportkommentator – was jetzt? Nun: Als seine einzige wahre Profession nennt der gebürtige Grazer und promovierte Germanist Werner Schneyder (77) gern "Universaldilettant". Reine Koketterie, antwortete der gleichermaßen Unüberseh- wie Unüberhörbare doch einst auf zwei Fragen (der "Süddeutschen") "Was ist Ihre größte Stärke?" bzw. "Was ist Ihre größte Schwäche?" jeweils mit ...... "meine Bescheidenheit".
Dafür lieben ihn seine Bewunderer und fürchten ihn seine Angriffsflächen. Und womit? Beide mit Recht.Der Schneyder legt wieder was vor – diesmal die brillante Bilanz seiner Mündig- und Vollmundigwerdung ("Von einem, der auszog, politisch zu werden", Westend, 240 Seiten, 19,99 €).
Ein Heimspiel im Stadttheater Walfischgasse – mit beneidens- und bemerkenswerter Fankulisse: Achim Benning, Günter Rhomberg, Hans Mahr, Erika Pluhar, Heinz Zednik und, als tapfere Vertreterin der (literarischen) Zielgruppe, einsam Eva Glawischnig-Piesczek, bei deren politischer Bewegung der Autor auf keinen grünen Zweig kam und den größten Irrtum eingesteht: "Ich war vor 25 Jahren sicher, es käme zum Aufstand und zum Sieg der Umweltschützer, weil die Luftverpester ja auch einatmen müssen. Aber die dachten sich nur: Bis auch wir derstunken sind, haben wir wenigstens angenehmer gelebt ..."