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02.10.2017

Was aus den alten "Star Trek"-Helden wurde

Die Netflix-Serie "Star Trek Discovery" ist gerade gestartet: Aber was wurde aus "Star Trek"-Helden von einst?

Was aus den alten "Star Trek"-Helden wurde

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Jahrzehntelang waren Captain Kirk und Mr. Spock die Helden des Nachmittagsfernsehens. Was im deutschsprachigen Raum "Raumschiff Enterprise" hieß, wurde ab 1966 nach und nach durch die Kinofilme (erster Teil 1979) unter dem Originaltitel "Star Trek" weltbekannt. 

Mittlerweile gibt es neue Gesichter auf der Kommandobrücke. Seit Ende September ist der Ableger "Star Trek: Discovery" auf Netflix gestartet. Die Handlung ist 10 Jahre vor "Raumschiff Enterprise" angesiedelt. Grund genug, um uns zu fragen, was aus den Helden von einst wurde ...

William Shatner war als Captain James Tiberius Kirk von 1966 bis 1994 im Einsatz und führte die USS Enterprise mit nicht allzu strenger Hand. Und wenn der Phaser einmal versagte, musste "Jim" eben seine Fäuste einsetzen. Bei seinen Schlachtplänen war dem Draufgänger immer wieder das logische Kalkül von Spock behilflich.

Der Kanadier (86) ist noch immer im TV-Einsatz. Weitere Serienerfolge waren "T. J. Hooker", "Boston Legal" oder "Shit! My Dad Says". Mit seiner ersten CD "Has Been" erlangte Shatner 2004 erneut Kultstatus. Im Sprechgesang coverte er Nummern wie "Common People" von Pulp. 2013 veröffentlichte er "Ponder the Mystery".

Mit Leonard Nimoy verstarb am 27. Februar 2015 einer der letzten Darsteller aus der ersten Garde der Besatzung des Raumschiffs Enterprise.

Leonard Nimoy machte die Figur des Mr. Spock unsterblich: So sehr, dass "Mr. Star Trek" Gene Roddenberry eigentlich keine weiteren Vulkanier mehr in der Serie vorkommen lassen wollte. Nach Auslaufen der TV-Serie der ersten Generation übernahm er in "Kobra übernehmen Sie" die Rolle von Martin Landau. Bild: Nimoy (li.) mit Shatner

Nimoy führte auch bei mehreren "Star Trek"-Filmen Regie. 2013 kam es zum letzten Mal zu einem Film-Auftritt als Spock in "Star Trek Into Darkness". Der Schauspieler litt jahrelang unter einer chronischen Lungenerkrankung und war Kettenraucher.  

Auf Twitter erklärter er: “Ich habe vor 30 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Nicht früh genug. Ich habe COPD [chronisch obstruktive Lungenerkrankung]. Opa sagt, hört jetzt auf! Raucher, bitte versteht: Wenn ihr aufhört, nachdem bei euch ein Lungenschaden festgestellt wurde, ist es zu spät...“

"Beam me up, Scotty!" - Das ist eine der bekanntesten Sätze der Fernsehgeschichte. Sie bezieht sich auf Chefingenieur Montgomery Scott, gespielt von James Doohan. Er ist der Mann, der alles reparieren kann - auch wenn er die Zeitforderungen von Kirk stets als unrealistisch bezeichnet. Aber mit diesem Spiel festigt er auch seinen Ruf als technisches Genie.

James Doohan kommt ebenso wie Shatner aus Kanada. Er war bereits in der High School an Mathematik und Naturwissenschaften interessiert. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Kapitän. Außerhalb des "Star Trek"-Universums konnte Doohan schauspielerisch dann aber nie richtig Fuß fassen. 2005  verstarb er 85-jährig.

Lieutenant Nyota Penda Uhura war die einzige Frau im Kernteam der Enterprise. Die Besetzung mit der Afroamerikanerin Nichelle Nichols war 1966 eine gewagte Entscheidung. Die TV-Sender der US-Südstaaten drohten, Folgen mit Nichols nicht auszustrahlen.

Martin Luther King persönlich soll sie überredet haben, weiterzumachen. Was sich kulturhistorisch ausgezahlt hat: Uhura und Kirk zeigten den ersten Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen im US-Fernsehen. 2007 war sie noch in der Mini-Serie "Star Trek: Of Gods and Men" zu sehen, die extra für Fans außerhalb des offiziellen Franchise gedreht wurde.

Fähnrich Pavel Chekov (links), der Navigator der Enterprise, tauchte erst in der zweiten Staffel der Serie auf. Angeblich geht seine Aufnahme in die Stammbesatzung auf eine Beschwerde aus der damaligen Sowjetunion zurück. Da das  Raumschiff die gesamte Erde vertreten soll, hat hier eindeutig ein Russe gefehlt.

US-Schauspieler Walter Koenig war nach dem Generationenwechsel bei "Star Trek" in der Sci-Fi-Serie "Babylon 5" zu sehen. 2012 bekam Koenig, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Er engagiert sich seit Jahren für die Flüchtlinge und Opfer der Militärdiktatur in Myanmar.

Lieutenant Hikaru Sulu ist der Steuermann der Enterprise. Er wurde im frühen 23. Jahrhundert in San Francisco auf der Erde geboren und lernte bereits an der Sternenflottenakademie mit Flugzeugen und Helikoptern umzugehen, wie im Film "Star Trek IV" zu erfahren war.

George Takei wurde als Kind im Zweiten Weltkrieg in ein Internierungslager gesperrt. Schon früh wurde er daher politisch aktiv - zunächst für die Bürgerrechte im Allgemeinen und heute für die Rechte von Homosexuellen. Takei heiratete 2008 seinen Lebensgefährten. Als Trauzeugen fungierten "Uhura“ Nichelle Nichols und "Chekov" Walter Koenig.

Dr. Leonard Horatio McCoy war leitender Schiffsarzt auf der Enterprise. "Pille" (im Original: "Bones") ist gut mit Kirk befreundet, musste ihm aber immer wieder in moralisch-ethischen Fragen widersprechen. Wichtig war er auch als emotionaler Gegenpart zum logisch denkenden Mr. Spock. Sein zentraler Satz: "Er ist tot, Jim!"

DeForest Kelley, der Darsteller von "Pille", war pikanterweise ursprünglich für die Rolle des Mr. Spock vorgesehen, wurde aber abgelehnt. Später sagte er dazu: "Ich wäre nicht mal in die Nähe von Leonard Nimoy gekommen. Er ist wunderbar." Kelley, der auch in Western und anderen TV-Serien spielte, verstarb 1999. Er wurde 79 Jahre alt.