Die Illusionisten "Siegfried und Roy" schmückten sich mit Raubkatzen.

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03/29/2019

Warum Roy wirklich von seinem Tiger attackiert wurde

Der ehemalige Tiertrainer von "Siegfried und Roy" äußerte sich erstmals zu dem dramatischen Vorfall im Jahr 2003.

von Elisabeth Spitzer

Das deutsch-amerikanische Zauberkünstler-Duo Siegfried Fischbacher und Roy Uwe Ludwig Horn, besser bekannt als "Siegfried und Roy", wurden in den 1990er-Jahren durch ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen bekannt. Die Karriere der beiden fand am 3. Oktober 2003 ein jähes Ende, als Roy am Abend seines 59. Geburtstags in Las Vegas auf der Bühne vor den Augen von 1.500 Besuchern von einem Tiger attackiert wurde.

Brutaler Angriff beendete Karriere

Der Tiger Montecore verbiss sich damals in den Hals des Magiers und verletzte ihn schwer. Offiziell wurde behauptet, dass Roy an dem Abend einen leichten Schlaganfall erlitten hätte. Der weiße Tiger habe gespürt, dass etwas nicht stimmte. Er habe Roy am Nacken gepackt, um ihn von der Bühne und in Sicherheit zu bringen.

Nun meldet sich der ehemalige Tierpfleger Chris Lawrence zu Wort, der von 1996 bis 2006 als Tiertrainer für die Illusionisten tätig war, und behauptet, diese Behauptung sei nur aufgestellt worden, um das Image der Illusionisten zu schützen. Immerhin brachte ihre Las-Vegas-Show allein dem Magier-Duo rund 40 Millionen Euro im Jahr ein.

In einem Interview mit dem Hollywood Reporter behauptet Lawrence, dass Roy in Wahrheit schwere Fehler auf der Bühne begangen habe, die schließlich zu dem Angriff der Raubkatze geführt hätten.

Schon zu Beginn habe das Tier nervös gewirkt.

"Der Tiger lief nicht auf seiner gewohnten Bahn", erinnert sich der ehemalige Dompteur. "Anstatt Montacore im Kreis zu dirigieren, wie es normalerweise üblich ist, hat er ihn einfach mit seinem Arm in einer Art Pirouettenbewegung direkt in seinen Körper gelenkt", behauptet Lawrence weiter.

Wurde der Grund für die Tiger-Attacke vertuscht?

Das hätte den Tiger verwirrt und Aggressionen bei diesem ausgelöst. Roy hätte bemerkt, dass sich das Tier anders als sonst verhalte, und den Tiger über das Mikrophon gefragt: "Was ist los?" - behauptet Lawrence. Dann habe der Tiger zugebissen.

Die meisten Menschen im Publikum hätten gedacht, der Vorfall würde zur Show gehören. Lawrence habe versucht den Tiger zu besänftigen, damit dieser von Roy ablasse. Doch ohne Erfolg. Schließlich schleppte Montecore den leblosen Zauberkünstler von der Bühne.

Zwar habe Roy tatsächlich einen Schlaganfall erlitten, doch Lawrence ist sich sicher, dass dieser durch den Angriff des Tigers ausgelöst wurde.

Die brutalen Bilder bekomme der Tierpfleger selbst nach 15 Jahren nicht aus dem Kopf. Er würde nach wie vor an einer posttraumatischen Störung leiden. "Auch wenn Roy die Narben davongetragen hat, haben auch andere im Nachhinein leiden müssen", stellte Lawrence klar. "Ein Teil von ihm ist an diesem Abend gestorben."

Er habe ein schlechtes Gewissen, weil er Roy geraten habe, an jenem Abend mit Montecore zu arbeiten. "Es macht mich fertig und löst große Schuldgefühle in mir aus", gesteht Chris Lawrence. "Ich habe Roy gebeten, den Tiger, der ihn am Ende angreifen und somit seine Karriere beenden würde, an diesem Abend auszuwählen."

Roy Horn leidet nach wie vor an den Folgen des Vorfalls im Jahr 2003. Der 74-Jährige hat Schwierigkeiten beim Sprechen und Laufen. Er wird von seinem Partner Siegfried auf dem gemeinsamen Anwesen "Little Bavaria" (dt. "Klein Bayern) gepflegt.

Tiger Mantacore verstarb 2014 eines natürlichen Todes. Dem Tier hatte Roy nie Vorwürfe gemacht und ihn als seinen "Lebensretter" bezeichnet. Zu den Behauptungen des Tierpflegers haben "Siegfried und Roy" bislang nicht Stellung genommen.

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