Hitparadenstürmerin Virginia Ernst ("Rockin'") schlüpfte für das Fotoshooing in die Rolle einer sexy Lady

© KURIER/Rainer Eckharter

Fotoshooting
03/03/2015

Virginia Ernsts wundersame Wandlung

Warum die androgyne Chartstürmerin bei einem Fotoshooting als "sexy Lady" posierte.

von Nina Ellend

Ich sehe aus wie die Conchita Wurst – nur mit blonden Haaren", resümierte Virginia "Gini" Ernst , nachdem ihr die Langhaarperücke aufgesetzt wurde. Das Gefühl, roten Lippenstift, aufgeklebte Wimpern & ein langes schwarzes Abendkleid zu tragen, beschreibt die androgyne Charts-Stürmerin ("Rockin", Platz 2, 2014): "Es fühlt sich komisch an."

Eishockey-Profi

Seit zwölf Jahren ist der ehemalige Eishockey-Profi in kein Kleid mehr geschlüpft, Make-up trägt das "Nesthäkchen" einer 7-köpfigen Familie aus Wien nicht einmal auf der Bühne: Fürs Szene-Label KissKissBangBang ließ sich die 24-Jährige im Hilton Plaza in eine "verführerische Diva" verwandeln, um eines zu unterstreichen: "Die Gesellschaft versucht, uns oft in Rollen zu zwängen, die wir nicht spielen wollen."

Privat und auf der Bühne trage sie nur Kleidung des Kultlabels, das sich gegen Homophobie starkmacht. "Ich kaufe dort allerdings nur in der Herrenabteilung ein", so Ernst. Ihr verändertes, feminines Aussehen bezeichnet sie als "scharf". Freilich: "Würde mich meine Freundin Steffi jetzt so sehen, würde sich sich sicherlich entlieben!" Virginia sieht sich selbst übrigens weder als Frau, noch als Mann: "Ich bin ich, ich bin Gini. Man kann mich schwer kategorisieren. Weder Fisch noch Fleisch." Das Gitarrespielen brachte sich die Sängerin in der Freizeit während ihrer Eishockey-Karriere in Schweden nur anhand von YouTube-Videos selbst bei: "Ich habe mir zum 20. Geburtstag eine Gitarre gewünscht und damit begonnen, Songs zu schreiben."

"Nie auf Bühne gedrängt"

Ihre Mutter Andreja Ernsthätte sie 2011 motiviert, bei einem Singer-Songwriter-Wettbewerb in England mitzumachen: "Ich bin nur für meine Mama aufgetreten. Ich hab mich nie auf die Bühne gedrängt." Prompt gewann Ernst, die laut ihrer Mutter "von Geburt an ein Bub und sehr selbstbestimmt war", die Competition. Dieser Sieg motivierte die "bezaubernde Gini" schließlich, ihre Sport-Karriere an den Nagel zu hängen: "Ich hatte drei Jahre in der Profi-Liga gespielt und alles gewonnen, sogar Gold", so die Sängerin, die nach vier Singles im September ihr erstes Album herausbringen wird. Ihre Lebensziele steckt sie hoch: "Mein Vorbild istPink. Sie singt und schreibt Texte mit Inhalt, so wie ich. Jeder Song, den ich schreibe, ist eine Geschichte meines Lebens."

Musikvideo: "Soldier"