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18.12.2018

US5-Sänger Chris Watrin: "Boygroup-Zeit war psychischer Terror"

Zehn Jahre nach dem Aus der Boygroup erzählt der Sänger nun von den Belastungen, die seine Karriere mit sich brachte.

Der ehemalige US5-Sänger Christoph "Chris" Watrin (30) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Boygroup-Formation. Seine Karriere habe ihn derart belastet, dass er schwere psychische Probleme bekommen habe, so der ehemalige US5-Sänger gegenüber der deutschen Zeitung Bild.

Im Jahr 2005 gehörte Chris zu den Gründungsmitgliedern von US5. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Mit ihrer ersten Single "Maria" stand die Boygroup fünf Wochen lang an der Spitze der deutschen Charts. Doch der Erfolg hatte seinen Preis: Im August 2008 verließ Chris die Band aus gesundheitlichen Gründen. Im Gespräch meinte Watrin, er sei absolut hilflos gewesen, habe sich nicht einmal selbst etwas zu essen machen können.

Christoph Watrin: Boyband-Aus nach psychischen Problemen

"Ich verspürte schon so eine innere Leere und Zerbrochenheit als ich zu US5 gegangen bin. Nur dann ist mit der Boden unter den Füßen komplett weggebrochen", erinnert sich Watrin. Seine Depressionen, sowie Angst- und Panikstörungen seien in der Zeit stärker worden, erzählte der Sänger.

Es sei die schlimmste Zeit seines Lebens gewesen, so der Musiker: "Wenn du zwei Jahre lang jeden Tag so einen psychischen Terror hast, dass du eigentlich nur willst, dass der Tag wieder vorbei ist, macht dich das fertig. Ich bin wieder bei meinen Eltern eingezogen und habe drei Monate bei meiner Mutter auf der Couch geschlafen. Ich konnte mir nicht einmal mehr selbst etwas zu essen machen. Ich war wieder wie ein Kind."

Lebensfreude nach Behandlung in der Klinik

Watrin habe sogar daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, hatte sich aber rechtzeitig Hilfe gesucht: "Ich kann Menschen verstehen, die denken, dass wenn sie sterben, sie dann Frieden haben. Ich dachte selbst auch, mein Leben ist vorbei und dass alles hoffnungslos ist. Allein hätte ich das nicht geschafft, deshalb bin ich auch mehrfach in der Klinik gewesen."

Mittlerweile hat sich Chris nach eigenen Angaben wieder erholt: "Heute habe ich dank meines christlichen Glaubens und der Hilfe vieler Menschen wieder Halt gefunden und bin voller Lebensfreude."

Chris ist Comeback nicht abgeneigt

Der ehemalige US5-Sänger studiert aktuell Elementare Musikpädagogik in Köln und leitet einen Chor von Menschen mit geistiger Behinderung. Außerdem plant Watrin mit seinem ehemaligen US5-Kollegin Izzy eine eigene Show.

Die Gruppe US5 gibt es seit 2009 nicht mehr. Trotz Krise wäre Chris einem Boyband-Comeback nicht vollkommen abgeneigt: "Die Voraussetzung dafür ist, dass wir erstmal wieder miteinander klarkommen und eine gute Beziehung aufbauen."

US5: Von "Backstreet Boys"-Gründer formiert

Im Jahr 2005 setzte sich Chris als 16-Jähriger in der RTL II Fernsehserie "Big in America" zusammen mit Michael "Mikel" Johnson (31) gegen 5000 männliche Bewerber durch. Der Gründer der Backstreet Boys und NSNC, Lou Pearlman (†62), brachte die beiden mit Jay Khan (36), Christopher Richard "Richie" Stringini (32) und Izzy Gallegos (35) zusammen. Gemeinsam wurden sie zur Boygroup US5 - und standen bereits mit ihrer ersten Single an der Spitze der deutschen Charts. 2009 löste sich die Boyband auf.

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.