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18.01.2019

Unfall schlimmer als gedacht: Prinz Philip droht Anklage

Nachdem der Ehemann der Queen einen schweren Autounfall verursacht hatte, könnte nun ein Verfahren gegen ihn eingeleitet werden.

Der von Prinz Philip verursachte Autounfall war wohl doch deutlich schwerer, als zuerst angenommen.

Der Land Rover, den der Royal fuhr, soll sich einem Augenzeugen zufolge mehrfach überschlagen haben. Auf einem Foto vom Unfallort, das auf der Website eines örtlichen Radiosenders veröffentlicht wurde, war ein auf der Seite liegendes Auto mit kaputter Windschutzscheibe zu sehen. Ein paar Meter entfernt erkannte man ein Auto inmitten von Büschen.

"Ich sah, dass sich das Auto überschlug und dachte 'Verfluchte Hölle!'“, zitieren britische Medien wie The Guardian und Daily Mail einen Augenzeugen namens Roy Wayne, der den Autounfall beobachtet hatte.

"Der Aufprall war enorm. Menschen hätten getötet werden können", so Wayne.

Der Mann kümmerte sich zunächst um die Insassen des Wagens, das mit jenem von Prinz Philip zusammengekracht war. "Ich lief zu dem anderen Auto, da war Rauch, als würde es gleich explodieren. Ein Baby war auf dem Rücksitz und schrie", erinnert er sich.

Ärzte befürchten Hirnblutung

Der Ehemann von Königin Elizabeth II. war am Donnerstagnachmittag in der Nähe des Landsitzes der Queen im ostenglischen Sandringham mit dem anderen Auto kollidiert. Er blieb Medienberichten zufolge unverletzt. Zwei Frauen in dem anderen Unfallauto mussten aber im Krankenhaus behandelt werden. Das Baby ist ebenfalls unverletzt davongekommen. 

Der Unfall dürfte dennoch ein enormer Schock für den Royal gewesen sein.

"Meine Beine, wohin mit meinen Beinen", soll der Duke von Edinburgh gerufen haben, als man ihn aus dem verunglückten Fahrzeug zog.

Ärzte befürchten außerdem, der Royal könnte innere Verletzungen, möglicherweise eine Hirnblutung, davongetragen haben. "Für einen 97-Jährigen ist so ein Unfall keine Lappalie", sagte Dr. Nick Scriven, Präsident der britischen Gesellschaft für Akutmedizin dem Mirror.

Prinz musste sich Alkoholtest unterziehen

Prinz Philip habe der Polizei erklärt, von der Sonne geblendet worden zu sein, berichtete die britische Zeitung The Sun. Beide an dem Unfall vom Donnerstag beteiligten Fahrer hätten sich außerdem einem Alkoholtest unterzogen, teilte die Polizei von Norfolk mit. Bei beiden sei das Ergebnis negativ ausgefallen.

Nach dem Unfall erholt sich Philip nun auf dem Landsitz der Queen. Königin Elizabeth II. ist an seiner Seite. Die beiden werden wie geplant auf ihrem Landsitz bleiben, sagte eine Sprecherin des Buckingham-Palastes am Freitag.

Sollte Philip überhaupt noch fahren dürfen?

Philip hatte sich 2017 in den Ruhestand verabschiedet. In den vergangenen Jahren litt er unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam ein neues Hüftgelenk. Das hielt ihn aber nicht davon ab, sich weiter hinter das Steuer zu setzen - obwohl sein Sohn Charles bereits 2014 zugegeben hatte, sich Sorgen zu machen, wenn sein Vater Auto fährt. Nun steht sogar zur Debatte, ob der Royal überhaupt seinen Führerschein behalten darf.

In Großbritannien wird darüber diskutiert, ob Philip mit 97 Jahren überhaupt noch hätte fahren dürfen und ob es künftig eine Altersbeschränkung für Autofahrer geben sollte. Ein Alterslimit gibt es bislang nicht. Dennoch werden bereits ab dem 70. Geburtstag in England Führerscheine ungültig. Es ist jedoch möglich, eine Verlängerung zu beantragen. Alle drei Jahre müssen Senioren ihren Führerschein verlängern. Tauglichkeitstests müssen dabei nicht vollzogen werden, es genügt, ein Formular zur Selbsteinschätzung abzugeben.

Prinz Philip droht Anklage

Laut der britischen Times könnte dem Prinzen nun sogar eine Anklage wegen Fahrens ohne nötige Sorgfalt und Aufmerksamkeit drohen. Der Royal könnte ein Verfahren jedoch umgehen, indem er sich bereit erklärt, seinen Führerschein abzugeben, erklärt ein auf Verkehrsunfälle spezialisierter Anwalt.