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Stars
09/29/2019

Starfotografin Annie Leibovitz: Die Königin der Kamera wird 70 Jahre alt

Ihre Bilder sind weltberühmt, ihr Leben ist ein Auf und Ab.

von Barbara Reiter

Die größte Motivation für Menschen in schwierigen Lebenslagen, sind wohl Menschen, die sich daraus befreien. Annie Leibovitz, berühmte Star-Fotografin, die selbst zum Star wurde, ist eine davon. Dreht man die Uhr um zehn Jahre zurück, stand sie nämlich just rund um ihren 60. Geburtstag vor dem finanziellen Ruin. Von Millionenschulden war die Rede – offenbar eine Kombination aus Kummer und  Verschwendungssucht, da Leibovitz’ Mutter und ihre  Lebensgefährtin, Schriftstellerin Susan Sonntag, kurz hintereinander starben.

 
 

Dass sich Leibovitz aber nie unterkriegen ließ, zeigt nicht nur die Tatsache, dass zu ihrem 70er am 2. Oktober ihre finanziellen Nöte längst der Vergangenheit angehören. sondern auch das  eben erschienene Buch „Sontag: Her Life and Work“. Darin spricht David Rieff, Sontags Sohn über die Beziehung seiner Mutter zu Annie: „Ich habe oft gesagt, sei netter zu ihr oder verlasse sie.“ Der Schriftsteller Richard Howard erzählt sogar von ständigen Verbal-Attacken. „Du bist so dumm, du bist so dumm.“  Doch Leibovitz pflegte Sontag bis zu ihrem Krebstod 2004 und versorgte sie finanziell.

Ihr eigenes Finanzdebakel zog sich zwar bis 2014, als Leibovitz’ New Yorker Anwesen um 21 Millionen Euro versteigert wurde, seither aber kein mediales Wort mehr über Geldprobleme. Der Erfolg ist zurückgekehrt. Das aktuelle Cover der US-Vogue geht auf das Konto der Königin der Kamera, die Olivia  Colman, die künftige Königin Elizabeth aus der Netflix-Serie „The Crown“, in einer mit goldenen Ornamenten verzierten Robe abgelichtet hat. Auf den ersten Blick ist klar: Das ist echt Leibovitz! Symptomatisch für die Frau, die ihre Karriere 1970 beim „Rolling Stone“ begann. Das Bild der in Milch badenden Whoopi Goldberg, der schwangeren Demi Moore oder des nackten John Lennon, der  Yoko Ono umschlingt: Jedes trägt ihre Handschrift. Lennons Foto entstand  1980 nur Stunden vor seiner Ermordung.  
 

Geschichten wie diese hat Leibovitz nach fast 70 Jahren viele zu  erzählen. Zum Beispiel die von Queen Elizabeth, die 2007 vom Set flüchtete, nachdem Leibovitz  sie gebeten hatte, die Krone abzunehmen. Die BBC sprach in einer Doku sogar von „Crowngate“. Trotzdem löste sich später alles in Wohlgefallen auf. Die Queen ließ sich 2016 zum 90. Geburtstag wieder von Leibovitz, die den Vorfall Jahre später kommentierte, porträtieren. „Man muss das verstehen. Die Robe der Queen war 25 Kilo schwer, und ich hatte sie  bei ihrer Lieblings-TV-Show gestört. Sie hat meine Bitte am Ende aber mit Humor genommen und die Krone abgelegt.“

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