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08.09.2018

So erlebte ich Italo-Haudegen Terence Hill

Italiens blaueste Augen kehren nach 20 Jahren auf die Leinwand zurück - KURIER-Redakteurin Lisa Trompisch durfte ihn treffen.

Wenn frau sich in die Untiefen ihres Kleiderkastens stürzt, ein Jeans-Hemd im 1980er-Jahre-Look – bestenfalls in Stahlblau – hervorkramt, dann steht zumindest ein Treffen mit ihrem Jugendidol, mit dem Helden ihrer TV-Kindheit, an. So geschehen Freitagvormittag nahe Linz. Und eines sei gleich vorweg gesagt: Die Augen sind immer noch unglaublich Blau, der Händedruck warm und kräftig.

Nach 20 Jahren Abstinenz kehrt Mario Girotti (nur mehr seine Brüder nennen ihn Mario), besser bekannt als Terence Hill, mit „Mein Name ist Somebody“ auf die Kino-Leinwand zurück. Zugegeben, vergleichen mit den üblichen „Bud Spencer und Terence Hill hau drauf Spaghetti-“Western kann man den Film nicht. Er ist vielleicht auch eher etwas für absolute Hardcore-Fans, zeigt aber, das Hill mit fast 80 nichts an Elan und seiner herrlichen Verschmitztheit eingebüßt hat. Einzig vielleicht ein bisserl an seiner Größe, die kolportierten 1,82 Meter gehen sich nicht mehr ganz aus.

Terence Hill

Als schüchtern würde man ihn so gar nicht bezeichnen, aber genauso gibt er sich beim Interview, spricht es sogar selber an (das noch dazu auf Deutsch, denn er verbrachte einen Teil seiner Kindheit nahe Dresden) und entschuldigt sich auch dafür – was ihn gleich noch viel sympathischer macht.

Mit einem sanften Lächeln erinnert er sich an seinen ganz großen Freund Bud Spencer ( 27. Juni 2016), den er nach wie vor sehr vermisst. Erzählt von dem Zufall, der sie beide erstmals auf der Leinwand zusammengeführt hat. In jener Wüste in Almería, in der sein aktueller Film entstand, sollte 1967 eigentlich der Südtiroler Peter Martell ( 1. Februar 2010) in „Gott vergibt ... Django nie“ mitspielen, brach sich aber den Fuß und Hill bekam seine Chance. Diese Geschichte kennen seine Fans, persönlich vorgetragen, hat das aber schon etwas ganz Besonderes.

Den Künstlernamen wurde er dann nicht mehr los, auch nicht die Rolle des humorigen Helden. „Ich habe einmal eine Frau getroffen, mit zwei hübschen Kindern an der Hand. Sie hat mich gebeten, immer nur Filme zu machen, in die sie ihre Kinder mitnehmen kann“, lachte er. Also nix wurde es mit der Karriere des Leinwand-Bösewichts.

Überhaupt sind ihm seine Fans sehr wichtig, der große Andrang bei seinen Premieren in Deutschland und Österreich (heute, Samstag, 18 Uhr im Cineplexx Wienerberg) macht ihn glücklich.

Er selbst will weg aus Amerika (er besitzt die US-amerikanischer Staatsbürgerschaft), wie er erzählt, er fühle sich mehr als Europäer. Donald Trump soll aber nicht der Grund dafür sein, überhaupt sei er kein politischer Mensch. Die Frage danach scheint ihm auch eher unangenehm. „Mein Vater hat immer gesagt, Worte helfen nicht, lebe lieber in einer guten Art und Weise, das ist die Botschaft.“

Hills eigene Botschaft ist, dass er noch lange nicht genug vom Filmgeschäft hat, ambitioniert weitere Projekte plant und auch eine Biografie, die er aber unbedingt selber schreiben möchte. Von sogenannten Ghostwritern hält er nicht viel.

Die Selfiewünsche erfüllt er auch alle gerne - mit dem vertrauten verschmitzten Lächeln in den Mundwinkeln. Jemand hat sogar Dosen mit Bohnen und Speck zum Unterschreiben mitgebracht.

Wie gesagt, der Held der Kindheit und Jugend - von so vielen ...