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90er-Star Rupert Everett durch Eitelkeit "ruiniert": Der traurige Preis für seinen Traumkörper

Rupert Everetts Rolle als Julia Roberts' schwuler bester Freund in "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) brachte ihm Ansehen ein. Der Erfolg forderte aber auch seinen Tribut.
Rupert Everett in den 90er Jahren bei einer Veranstaltung

Der Druck, gut auszusehen, macht nicht nur den Frauen in Hollywood zu schaffen. Auch der britische Schauspieler Rupert Everett leidet unter den schwerwiegenden Folgen seines Strebens nach einem "Traumkörper".

"Jetzt bin ich dadurch fast verkrüppelt", erzählte er in einem neuen Interview gegenüber dem Guardian, in dem er seine tragische Geschichte teilte. Seine Eitelkeit habe ihn zu Fall gebracht.

Rupert Everett: "Ich habe mich selbst ruiniert"

Der heute 67-jährige Schauspieler hatte in den 90er-Jahren eine Reihe von Kinoerfolgen gefeiert. Voran seine Rolle als Julia Roberts' schwuler bester Freund in "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) brachte ihm Ansehen ein. 

In seinem seltenen Interview mit dem Guardian ließ er nun unerwartet offen hinter die Fassaden seiner Karriere blicken. Der Schauspieler arbeitete über Jahre hinweg hart daran, Muskeln aufzubauen. Dies sei ihm eigenen Angaben teuer zu stehen gekommen. Grund für seine schlechte körperliche Verfassung seien vor allem Fehler gewesen, die er beim Krafttraining begangen hat. 

So sieht Rupert Everett heute aus: 

Rupert Everett mit grauen Haaren trägt eine schwarze Jacke.

Rupert Everett

"Ich hatte nie Lust, all diese Dinge zu tun, wie Dehnen, was fürs Gewichtheben nötig ist, weil sich die Sehnen immer mehr verkürzen", führte Everett aus. "So langweilig. Ich habe das alles nicht gemacht. Ich glaube, mein Ende wird jetzt also ein Muskel-Skelett-Problem sein."

"Eitelkeit ist oft Ausdruck tiefer Unsicherheit"

Über seine Zeit als Filmstar sagte der Brite: "Ich sah mal unglaublich gut aus. Ich hatte Muskeln. Alles." Die Sache hatte aber einen Haken: "Es war ziemlich kurzlebig", fügte er hinzu. "Ich nenne es mein Hollywood-Jahr."

Trotz seines Erfolgs habe er sich damals unsicher gefühlt, selbst auf dem Höhepunkt seiner Popularität.

"Meine Eitelkeit hatte nichts mit dem Gedanken zu tun: 'Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land?'. Eitelkeit ist oft Ausdruck tiefer Unsicherheit, nicht etwa das Gefühl, wie umwerfend ich bin", gestand Everett.

In seinem Job als Schauspieler "ging es im Grunde nur darum, attraktiv zu wirken", erinnerte er sich. "Was natürlich daher rührte, dass ich mich nicht attraktiv genug fühlte."

Heutzutage gehe er nicht mehr ins Fitnessstudio. Seine einzige sportliche Betätigung sei es, mit seinem Labrador spazieren zu gehen. Auch seine exzessiven Partys und Drogenexzesse habe er hinter sich gelassen.

"Als ich noch in Clubs unterwegs war und mit Freunden rumhing, dachte ich immer, ich würde einer dieser 75-Jährigen im Batik-T-Shirt auf Raves sein", so der 90er-Star. Doch es sollte anders kommen. Jetzt sei er nicht "im Entferntesten daran interessiert".

Die turbulente Karriere des britischen Kult-Stars

Rupert Everett blickt auf eine turbulente Karriere zurück. Der Offizierssohn aus Norfolk verließ mit 15 Jahren die Schule und ging nach London, um Schauspieler zu werden. Hier besuchte er zunächst eine Schauspielschule, von der er wegen Ungehorsam verwiesen wurde. Anschließend finanzierte sich Everett sein Leben zeitweise mit Prostitution, während er an verschiedenen Theatern in ganz England spielte. 

Seinen Durchbruch erlebte er 1982 mit der West-End-Produktion von Another Country, in der er einen homosexuellen Schuljungen an der Seite von Kenneth Branagh spielte. Dem Theaterstück folgte 1984 eine Filmversion, in der er mit Colin Firth in den Hauptrollen zu sehen war und die Everett internationale Bekanntheit einbrachte. In den 80er-Jahren kam es zu einem ersten Karrierehoch - doch dieses sollte (zumindest vorübergehend) ein jähes Ende finden.

1989 erfolgte nach Everetts Coming-out ein berufliches Tief. Ihm wurden vermehrt romantische Hauptrollen verwehrt. Everetts Versuch, als Popstar Fuß zu fassen, war von mäßigem Erfolg gekrönt. Ende der 80er zog der Mime nach Paris und kehrte der Schauspielerei vorübergehend den Rücken. In Frankreich verfasste er einen Roman mit dem Titel "Hello, Darling, Are You Working?", bevor er 1990 im Film "Der Trost von Fremden" auf die Leinwand zurückkehrte. 

Everetts Karriere sollte aber erst mit "Die Hochzeit meines besten Freundes" wiederbelebt werden. 1999 spielte er Madonnas homosexuellen besten Freund in "Ein Freund zum Verlieben". Ein weiterer Erfolg. Seither wirkte er in mehreren bekannten Filmen mit, in denen er auch oft heterosexuelle Hauptrollen übernahm. 

In den Nullerjahren betätigte sich Everett vermehrt als Moderator. 2018 wurde mit "The Happy Prince" sein Regiedebüt veröffentlicht.

Zahlreiche Affären 

Im Jahr 2024 heiratete der Brite seinen Ehemann Henrique, einen brasilianischen Buchhalter. In seiner 2006 erschienenen Autobiographie "Red Carpets and Other Banana Skins" erzählte Everett über sein Leben und Affären mit diversen Stars aus Showbusiness. 

Er offenbarte unter anderem, als junger Mann eine Beziehung zu Ian McKellen und später eine sechsjährige Affäre mit der britischen Fernsehmoderatorin Paula Yates gehabt zu haben.

"Meine heterosexuellen Affären verwirren mich. Aber eigentlich trifft das auf fast alle meiner Beziehungen zu", sagte er in einmal. Bei einem anderen Anlass erklärte Everett seine heterosexuellen Affären als Folge seiner Abenteuerlust: "Ich war grundsätzlich abenteuerlustig. Ich glaube, ich wollte alles Mögliche ausprobieren."

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