RTL-Doku: Heino erinnert sich an tragischen Tod seiner Tochter

"Heino - Karamba, Karacho, Kult!" will ab 13. März auf RTL+ in vier Teilen den Mann hinter der Sonnenbrille zeigen. Heino erinnert sich daran auch an seine tote Tochter.
Heino

Der Mann ist ein Phänomen: Mit 87 Jahren absolviert Heino aktuell eine anstrengende Tournee, hat in den mehr als 60 Jahren seiner Karriere praktisch nur Erfolge gefeiert und verfügt über einen Vertrag, der ihm Auftritte am Ballermann auf Mallorca bis in sein 100. Lebensjahr sichert. 

Die vierteilige Dokumentation "Heino - Karamba, Karacho, Kult!" will den Mann hinter der Sonnenbrille zeigen. Die Doku ist ab 13. März auf RTL+ verfügbar, ab 24. März sind alle Folgen abrufbar.

"Hallo, ich bin der Heino, aber die meisten kennen mich vielleicht", sagt der Volksliedstar zum Start des Bilderreigens rund um Auftritte, Backstage-Einblicke und Kommentare von Weggefährten. Ein wenig überraschend bekennt sich der langjährige Vorsitzende der Linken-Fraktion, Gregor Gysi, als Heino-Fan. Er habe den Sänger lange Zeit für "einen extrem reaktionären Knochen" gehalten. Nach einer persönlichen Begegnung habe er aber eingesehen: "Ich habe mich völlig geirrt."

Heino: Gehöre nicht in die rechte Ecke

Heino, der in seiner Karriere 55 Millionen Tonträger verkauft hat, spielt die nationale Karte gern. Er nennt eine Tournee "Made in Germany", singt überzeugt die deutsche Nationalhymne - und distanziert sich zugleich vom Verdacht, ganz weit rechts zu stehen. "Warum soll ich rechts sein, nur weil ich Volkslieder singe?", gibt er in der ersten Folge der Doku zu Protokoll.

Unzweifelhaft erreicht der 87-Jährige ein vielfältiges Publikum. Die Doku zeigt ihn beim Auftritt vor deutschen Auswanderern in den USA, beim umjubelten Gig auf dem Elektro-Festival "Parookaville" 2024 in Weeze in Nordrhein-Westfalen und natürlich am Ballermann, wo Tausende Heinos Hits "Blau blüht der Enzian" und "Rosamunde" mitgrölen.

Gedanken zum Tod seiner Tochter

Breiten Raum nimmt in der Doku auch der Suizid seiner damals 35-jährigen Tochter Petra ein. Die Todesnachricht erreicht Heino im November 2003 beim Ablegen eines Kreuzfahrtschiffs, auf dem er auftreten soll. Tief getroffen tritt er dennoch auf: "Das Schlimmste, was ich jemals bis dato mitgemacht habe", so der Sänger.

Dass er den Auftritt trotzdem durchzog, erklärt er in der Doku rückblickend folgendermaßen: "Ich habe das durchgezogen, mir blieb ja nichts anderes übrig." Außerdem sei er überzeugt: "Ich glaube, meine Tochter hätte auch gewollt, dass ich singe."

Als Grund des Suizids seiner Tochter sagt Heino: "Sie hatte die gleiche psychische Krankheit wie ihre Mutter". An Wahnvorstellungen und Halluzinationen soll sie gelitten haben. "Sie war in ihrer eigenen Welt gefangen und konnte nicht mehr am normalen Leben teilhaben", so der Sänger in einem Interview mit Bild am Sonntag.

Heino lernte Petra erst kennen, als diese sieben Jahre alt war. Vorher wusste er nicht, dass er eine Tochter hatte. Petras Mutter war eine Jugendliebe von Heino, mit der er eine kurze Beziehung hatte. In der Doku erinnert sich Heino: "Es war eine tolle Nacht mit weitreichenden finanziellen Folgen. Aber ich habe gern für meine Tochter bezahlt."

Heinos Erfolgsrezept

Worauf gründet der Erfolg des in Kitzbühel lebenden Künstlers? Auf seiner Bodenhaftung, seiner Nähe zu den Fans? Vielleicht ist es seine Berechenbarkeit. Mensch und Musik hätten einen extrem hohen Wiedererkennungswert, wirkten wie ein stabiler Fels in einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheine, versucht die Doku zu vermitteln.

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