Charles III. fälschlicherweise für tot erklärt: Sender-Mitarbeiter war neugierig
König Charles III.
Der britische Radiosender Radio Caroline hatte im Mai fälschlicherweise den Tod von König Charles III. vermeldet. Nun steht fest, wie es zu dem makaberen Irrtum kommen konnte.
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom veröffentlichte einen Bericht, wonach ein Mitarbeiter den Prozess zur Veröffentlichung von entsprechenden vorbereiteten Meldungen anstieß. Dieser habe Wartungsarbeiten an einem Studio-Computer durchgeführt und sei dabei auf jene Audio-Dateien gestoßen, die im Falle des Todes des Monarchen zum Einsatz kommen sollten.
Mitarbeiter spielte „aus Neugier“ vorbereitete Dateien ab
Radio Caroline zufolge seien „diese Dateien mit ‚einer Reihe strenger Anweisungen für Moderatoren und Führungskräfte‘ verbunden, die vor der Ausstrahlung zu befolgen sind“. Weiter heißt es im Ofcom-Bericht: „Aus Neugier spielte der Mitarbeiter die Dateien jedoch ab, wodurch die Sendung des diensthabenden Moderators, der sich an einem anderes Standort befand, unterbrochen wurde und die Dateien auf Sendung gingen.“ Als er verstanden habe, was er ausgelöst hat, habe der Mitarbeiter die Wiedergabe gestoppt, und in Panik das Firmengelände verlassen.
Bemerkt habe den Fehler der Radio-Direktor des Senders. Dieser habe schließlich einen Techniker kontaktiert, der bereits informiert gewesen und der Sache nachgegangen sei.
Radio Caroline „nahm die Angelegenheit sehr ernst, und in den 30 Minuten bis zur Entschuldigung war viel los“, heißt es. Der betreffende Mitarbeiter habe sich entschuldigt und sei verwarnt worden, kommunizierte Radio Caroline gegenüber Ofcom. Damit es nicht mehr zu derartigen Vorfällen kommen kann, würden sensible Dateien nun statt auf einem Studio-PC auf externen Festplatten gespeichert und Moderatoren und andere Mitarbeitende an die korrekte Vorgehensweise im Fall des Falles erinnert.
Doch kein „Computerfehler“
„Das Protokoll ‚Monarch' - das alle britischen Radiosender bereithalten, in der Hoffnung, es niemals nutzen zu müssen - wurde (...) versehentlich ausgelöst und hat fälschlicherweise den Tod Seiner Majestät des Königs verkündet“, schrieb der Chef von Radio Caroline, Peter Moore, im Mai auf Facebook. Moore hatte noch auf „einen Computerfehler, der im Hauptstudio aufgetreten ist“ verwiesen.
Nachdem der Sender, der 1964 gegründet wurde, seinen Fehler bemerkt hatte, entschuldigte er sich zunächst live auf Sendung und anschließend in Onlinediensten beim König und bei den Zuhörern und Zuhörerinnen für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“. Moore betonte, Radio Caroline habe „das Vergnügen, die Weihnachtsbotschaft Ihrer Majestät der Königin zu übertragen, und inzwischen auch die des Königs, und wir hoffen, dies noch viele Jahre lang tun zu können“.
In Behandlung gegen Krebs
Der Sohn und Nachfolger der 2022 verstorbenen Königin Elizabeth II. befand sich zu dem Zeitpunkt, als der in Essex im Südosten Englands ansässige Sender irrtümlich seinen Tod meldete, bei einem Besuch in Nordirland. Der 77-jährige König wird weiterhin wegen einer Krebserkrankung behandelt. Im Dezember 2025 hatte er von Erfolgen bei der Behandlung gesprochen.
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