Vertrauen in Mette-Marit nach TV-Interview über Epstein sinkt
Mette-Marit
Die lang erwarteten Erklärungen der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit zu ihrer Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben die Öffentlichkeit größtenteils enttäuscht. Im Interview mit dem Sender NRK am vergangenen Freitag (20. März) blieben viele Fragen unbeantwortet und ließen die Norweger und Norwegerinnen ratlos zurück. Auf viele Aspekte wollte die 52-Jährige nicht eingehen.
Ein Drittel der Fragen nur ausweichend beantwortet
Insgesamt dauerte das Interview nur 20 Minuten lang. Eine Analyse der norwegischen Tageszeitung Dagbladet ergab, dass vom Journalisten Petter Oulie-Hauge insgesamt 32 Fragen gestellt wurden. Doch laut der Zeitung wich die Kronprinzessin bei rund einem Drittel der Fragen aus oder gab nur vage Antworten. Besonders die kritischen Punkte rund um ihre Beziehung zu Epstein blieben weitgehend ungeklärt.
Natürlich wollte Oulie-Hauge von der Kronprinzessin wissen, wie sie Epstein kennengelernt habe. Darauf antwortete sie lediglich: "Ich wurde ihm durch gemeinsame Bekannte vorgestellt." Mette-Marit betonte aber, sie werde "weder Namen nennen noch versuchen, jemand anderem die Schuld zu geben".
Ihre eigene Online-Recherche über Epstein im Jahr 2011 kommentierte sie nur ausweichend: "Ich erinnere mich nicht … Es fällt mir schwer, das zu sagen." In diesem Ton ging es weiter: Eine E-Mail, in der sie Epstein von einer "langweiligen Hochzeit" berichtete, wollte sie ebenfalls nicht näher erläutern. Mit den Worten "Ich möchte nicht so privat werden, wie Sie es wünschen" zog Mette-Marit im Interview klare Grenzen. Auch ein umstrittenes Foto aus Palm Beach, das sie mit einem von Epsteins Opfern zeigt, blieb unerörtert.
Besonders heikel wurde es, als die Kronprinzessin zu weiteren Details ihrer Interaktionen mit Epstein befragt wurde. Wer von ihrem Kontakt zu ihm wusste, beantwortete sie nur teilweise. Zudem erklärte sie, dass sie keinen Überblick über ihre gesamte Korrespondenz mit Epstein habe.
Mette-Marit nahm Geschenke von Epstein an
Etwas mehr Einblick gewährte Mette-Marit, als es um Geschenke von und Gefälligkeiten durch Epstein ging. So berichtete sie, dass der verurteilte Sexualstraftäter ihr Chauffeurdienste sowie einen Friseurbesuch bezahlt habe, auch Blumen habe sie von ihm bekommen. Zudem verbrachte sie vier Tage in seiner Villa in Palm Beach.
Zu bezahlten Zahnarztterminen oder Einkäufen sowie weiteren geplanten Besuchen schwieg Mitte-Marit aber. Erneut. Brisant: Das norwegische Königshaus hatte zuvor betont, dass Mette-Marit niemals Geld von Epstein erhalten habe.
Kritik an Sender und Interviewführung
Das Interview führte zu heftiger Kritik, nicht nur an der Kronprinzessin, sondern auch an den Sender NRK. Laut dem Promi-Magazin SE og HØR erhielt der Sender 125 Beschwerden, unter anderem wegen mangelnder kritischer Nachfragen. Außerdem wurde bekannt, dass die Fragen bereits eine Woche vorher mit dem norwegischen Königshaus abgestimmt worden waren, was das Publikum an der Objektivität des Interviewers zweifeln ließ.
Der Sender verteidigte sich mit dem begrenzten zeitlichen Rahmen sowie dem schlechten Gesundheitszustand von Mette-Marit – diese Aspekte hätten die Nachfragemöglichkeiten stark eingeschränkt, so Sender-Chefin Sofie Gran Aspunvik. "Wir sind der Meinung, dass wir die wichtigsten Fragen gestellt haben, aber mehr Zeit hätte uns die Möglichkeit gegeben, weitere Fragen zu stellen."
Die erhoffte positive Wirkung des Interviews auf das angeschlagene Image von Mette-Marit blieb also aus, verschärfte die Kritik an der Kronprinzessin sogar noch. Ihre zögerlichen Antworten und das abgestimmte Format des Interviews haben das Vertrauen in die Kronprinzessin und auch den TV-Sender geschwächt, so internationale Medienberichte übereinstimmend.
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