Adelsexperte: König Charles wird Bruder Andrew nicht los

König Charles III. blickt nachdenklich.
Das britische Königshaus gerät durch die neuen Epstein-Akten weiter unter Druck.

Das britische Königshaus gerät durch die neuen Epstein-Akten weiter unter Druck. Prinz William und seine Frau Kate zeigten sich am Montag "zutiefst besorgt" über die Enthüllungen, die Williams Onkel und Ex-Prinz Andrew noch mehr belasten. Ein Sprecher teilte vor einer Reise des Prinzen nach Riad mit, die Gedanken des Paares seien bei den Opfern. Es ist die bislang schärfste Reaktion aus dem engsten Kreis der Königsfamilie. 

Andrew soll E-Mails zufolge im Jahr 2010 vertrauliche britische Handelsdokumente an Epstein weitergeleitet haben. Dabei handelte es sich offenbar um Berichte über Vietnam und Singapur, die der heute 65-Jährige in seiner damaligen Funktion als britischer Sonderbotschafter für Handel erhalten hatte. 

Andrew schweigt

Andrew, dem der Titel "Königliche Hoheit" bereits entzogen wurde, schweigt auch zu den neuen Vorwürfen. Die Polizei prüft derzeit zudem einen weiteren Vorwurf gegen ihn, bei dem es um eine Frau geht, die zu einer Adresse in Windsor gebracht worden sein soll. 

Der frühere Prinz und Herzog von York, der jahrelang mit Epstein befreundet war, streitet generell jegliche Kenntnis oder gar Beteiligung an den Taten des 2019 gestorbenen US-Multimillionärs ab. Eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, warf Andrew vor, sie mehrmals missbraucht zu haben, unter anderem als sie noch minderjährig war.

Zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel "Prinz" aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen. Britischen Medien zufolge war William die treibende Kraft hinter dem Durchgreifen des Königs.

"Was kann Andrew tun?"

Dem britischen Adelsexperten Duncan Larcombe zufolge wird Andrew wohl weiter von den Royals abhängig bleiben. Im Gespräch mit der Boulevardzeitung The Mirror deutet er an, dass der Monarch gezwungenermaßen für seinen Bruder sorgen muss: "Ich denke, der König wird zahlen, was gezahlt werden muss, und seinen Bruder finanziell unterstützen, da er wohl keine andere Wahl hat." Andrew könne "nicht obdachlos auf der Straße enden, so sehr sich die Öffentlichkeit das auch wünschen mag".

Charles befinde sich in einer Zwickmühle. Larcombe: "Was kann Andrew tun? Er kann sich nirgendwo einen Job suchen. Er kann keine Pakete ausliefern, um über die Runden zu kommen. Er sitzt gewissermaßen in der Klemme, sodass König Charles ihn weiterhin finanziell unterstützen wird, aber wie das aussehen wird, weiß niemand."

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