Adelsexpertin: Kenne Fergie seit Jahren – ein Detail im Fall Epstein ist völlig unfassbar

Sarah Ferguson posiert vor einem roten Hintergrund.
Die Epstein-Akten befördern immer mehr Details über Sarah Fergusons Beziehung zu Jeffrey Epstein ans Licht.

Wenige Tage nach der Veröffentlichung weiterer Epstein-Akten hat die Stiftung der Ex-Frau des früheren britischen Prinzen Andrew, Sarah Ferguson, die Einstellung ihrer Tätigkeiten angekündigt. "Sarah's Trust" werde "auf absehbare Zeit" schließen, sagte ein Sprecher britischen Medien. Die Entscheidung sei "seit einigen Monaten" diskutiert worden. Zuvor hatten bereits andere Wohltätigkeitsorganisationen ihre Zusammenarbeit mit Ferguson eingestellt.

Die auch als "Fergie" bekannte Ferguson taucht wie ihr früherer Ehemann prominent in den Akten über den 2019 in Haft gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. Andrew hatte deshalb alle seine Ehren und Titel abgeben müssen und heißt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Auch Ferguson verlor ihren Titel als Herzogin von York. 

Freundschaftliche Beziehung zu Epstein

Die Verbindung von Ferguson zu Epstein ist lange bekannt. Sie hatte 2011 in einem Interview mit der Zeitung Evening Standard zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und öffentlich bedauert, Kontakt zu Epstein gehabt zu haben. "Fergie" soll sich einem Bericht der Sun zufolge aber dafür bei Epstein später per E-Mail "zutiefst" entschuldigt haben. Auch die Epstein-Akten legen nahe, dass die freundschaftliche Beziehung anhielt.

In Mails, die Ferguson zugeordnet werden, wird Epstein unter anderem um finanziellen Rat gefragt. In einer weiteren E-Mail scheint Epstein zur Geburt eines Buben gratuliert zu werden. Die jüngsten Veröffentlichungen der Epstein-Akten machen deutlich, dass Fergie eine tiefe Zuneigung für den in Ungnade gefallenen Finanzier gehegt zu haben scheint, den sie in einer Email sogar als den "Bruder" bezeichnete, den sie sich immer gewünscht hätte. An anderer Stelle schrieb Ferguson an Epstein: "Heirate mich."

Heute ist bekannt, dass Epstein über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, dem Dutzende Mädchen und Frauen zum Opfer fielen. Der US-Amerikaner hatte bereits bis Mitte 2009 eine mehrmonatige Haftstrafe wegen Anstiftung zur Prostitution abgesessen.

Fergie feierte Epstein-Freilassung mit ihren Töchtern

Nach seiner Freilassung verbrachte Epstein ein Jahr unter Hausarrest, durfte aber weiterhin reisen. In seinem letzten Monat hinter Gittern suchte Ferguson seinen Rat in Geschäftsangelegenheiten, arrangierte Telefonate aus dem Gefängnis und sagte ihm: "Ich liebe dich", wie aus den veröffentlichten Akten hervorgeht. 

In inzwischen durchgesickerten Nachrichten soll Epstein seinen Anwälten mitgeteilt haben, dass seine Freundin Sarah "als Erste meine Freilassung mit ihren beiden Töchtern feierte". 

Prinzessin Beatrice und Eugenie waren in jenem Sommer, als Epstein freigelassen wurde, 20 bzw. 19 Jahre alt. Mails vom Juli 2009 belegen, dass Andrews Ex-Frau ein Mittagessen mit Epstein vereinbarte und ihm mitteilte, dass "ich, Beatrice und Eugenie" anwesend sein würden. In einer Nachricht vom 3. August 2009 bedankte sich Ferguson überschwänglich bei dem Finanzier und schrieb: "Noch nie war ich von der Freundlichkeit eines Freundes so berührt wie von Ihrem Kompliment vor meinen Töchtern."

Bei der ehemaligen BBC-Königshauskorrespondentin Jennie Bond hinterlässt die Beteiligung von Beatrice und Eugenie an Fergies umstrittener Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter einen besonders bitteren Beigeschmack. Bond kennt Sarah Ferguson seit vielen Jahren. Das hätte sie ihr aber nicht zugetraut.  

Bond, die Fergie im Laufe der Jahre mehrfach begegnet ist, war in den GB News zu Gast, um mit den Moderatoren Eamonn Holmes und Dawn Neesom über den sich ausweitenden Skandal zu sprechen. Die Enthüllungen bezeichnete die Adelsexpertin dabei als deprimierend.

Adelsexpertin fassunglos über Fergies Fehlverhalten gegenüber ihren Töchtern

"In den neuesten E-Mails sehen wir sogar, dass sie ihre Töchter in ihre Freundschaft mit Epstein einbezogen hat, und das finde ich sehr deprimierend", stellte Bond fest. Sie fuhr fort: "Sarah war in vielerlei Hinsicht immer eine sehr sympathische Person, und ich zögere, die Erziehungsmethoden einer anderen Mutter zu kritisieren, aber ich frage mich schon, was für eine Mutter ihre damals 19 und 20 Jahre alten Töchter nach Miami mitnehmen würde, um mit einem verurteilten Pädophilen zu Mittag zu essen."

"Ein Mann, der erst fünf Tage zuvor wegen genau dieses Verbrechens aus dem Gefängnis entlassen worden war", so Bond weiter, die sich von Sarah Ferguson äußerst enttäuscht zeigt: "Für mich ist das völlig unverständlich. Und dann schrieb sie auch noch an Epstein und scherzte über das Liebesleben ihrer jüngeren Tochter."

Damit spielte die Adelsexpertin an eine Mail an, in der sich Ferguson gegenüber Jeffrey Epstein eine abfällige Bemerkung über Prinzessin Eugenie erlaubte. In einer E-Mail vom März 2010 schien Esptein die ehemalige Herzogin nach einer möglichen Reise nach New York zu fragen, indem er schreibt: "ny?." Ferguson antwortete darauf: "Noch nicht sicher. Warte nur darauf, dass Eugenie von ihrem Sex-Wochenende zurückkommt."

Bond kann darüber nur den Kopf schütteln.

"Warum tut man so etwas?", warf sie Sarah Ferguson in der Sendung vor. "Ich finde das zutiefst unsensibel. Sarah wird sich also nicht nur mit ihrem Ruf und dem entstandenen Schaden auseinandersetzen müssen, sondern auch mit dem Schaden, der ihrer Beziehung zu ihren Töchtern zugefügt wurde."

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