Ex-Privatsekretär: Wo man Prinz William und Kate missversteht
Prinz William und Prinzessin Kate mit ihren Kindern Prinz George, Prinz Louis und Prinzessin Charlotte.
Auf Prinz William lastete in den letzten Jahren viel Verantwortung. Erst wurde sein Vater Charles und dann auch noch seine Frau Prinzessin Kate mit Krebs diagnostiziert. Um für seine Kinder da zu sein, zog auch er sich zeitweise von seinen royalen Pflichten zurück.
Inzwischen hat sich die Lage entspannt. Kate und Charles sind zurück im Rampenlicht. Trotzdem: Schon längst soll sich William auf den Thron vorbereiten. Gerade die Frage, wie er die Monarchie in die Zukunft führen kann, dürfte ihn beschäftigen.
Der britische Autor und Adelsexperte Russell Myers sprach für sein jüngstes Werk "William and Catherine: The Monarchy’s New Era: The Inside Story" mit Simon Case, einem früheren Privatsekretär von Prinz William. Das Magazin Marie Claire zitierte aus dem Gespräch. Demnach konzentrieren sich William und Ehefrau Kate in ihrer Arbeit etwa auf "Umweltschutz, psychische Gesundheit, die Förderung der frühkindlichen Entwicklung, Suchtprobleme und Obdachlosigkeit – alles Themen, die sich ganz auf die Grundbedürfnisse der Gesellschaft konzentrieren, damit diese gedeihen kann". Doch nicht nur: "In Verbindung mit der Aufmerksamkeit, die sie ihrer Familie widmen und der Frage, wie sich dies wiederum auf die Institution (der Monarchie) im weiteren Sinne auswirkt, sind dies die grundlegenden Prinzipien dessen, wer sie als Menschen sind", analysiert der frühere William-Vertraute dessen Herangehensweise an seine Rolle laut Marie Claire.
William und Kate arbeiten an Herzensprojekten und Familie
Der Ex-Privatsekretär meint auch, dass das Familienleben Arbeit erfordere, und es ein Trugschluss wäre, dies zu ignorieren: "Man hat sie als Menschen grundlegend missverstanden, wenn man nicht anerkennt, dass die Familie für sie zwar wichtig sein mag, dies aber nichts ist, was man als selbstverständlich ansehen kann – eine enge Familie ist etwas, woran man wirklich arbeiten muss. Das gleiche Maß an Engagement zeigt sich auch in ihrer Arbeit." Simon Case, der an der Universität Cambridge studiert hatte, war von 2018 bis 2020 die rechte Hand von Prinz William gewesen.
Hinter William und seiner Familie liegen schwere Zeiten: Prinzessin Kate musste sich einer Chemotherapie unterziehen, nachdem sie Anfang 2024 eine Krebsdiagnose erhalten hatte. Inzwischen ist die Behandlung abgeschlossen. Um welche Art von Krebs es sich handelte, ist nicht bekannt. Nur kurz vor seiner Schwiegertochter hatte auch König Charles III. eine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Er konnte Mitte Dezember vergangenen Jahres gute Nachrichten verkünden: Seine Behandlung hat gut angeschlagen und konnte inzwischen reduziert werden.
Neues Royal-Buch sorgte für Unmut
Ein anderes neues Buch über die britische Königsfamilie sorgte kürzlich bereits vor der Veröffentlichung für Ärger, allen voran bei Prinz Harry und seiner Frau Meghan. Erste Auszüge des Buches von Royals-Biograf und Autor Tom Bower wurden Mitte März in The Times publiziert. Darin stellte Bower mehrere Behauptungen über das Verhältnis von Harry und Meghan zum Rest der Königsfamilie auf. Ein Sprecher der beiden wies diese jedoch als "Verschwörungen und Melodramatik" zurück. In dem Buch behauptet Bower etwa, Königin Camilla habe von einer "Gehirnwäsche" gesprochen, die Meghan Harry unterzogen habe. Auch Prinz William und Prinzessin Kate sollen Meghan als "Bedrohung" wahrgenommen haben, behauptet der Autor.
Die Behauptungen von Bower wiesen Harry und Meghan scharf zurück. "Die Kommentare von Herrn Bower haben längst die Grenze von Kritik zu einer Fixierung überschritten", teilte ein Sprecher mit. Bower habe seine Karriere darauf aufgebaut, "immer ausgefeiltere Theorien über Menschen zu konstruieren, die er nicht kennt und nie getroffen hat", heißt es weiter. Fakten müsse man anderswo suchen, bei Bower finde man "Verschwörungen und Melodramatik". Tom Bower verfasste bereits mehrere Bücher zur britischen Königsfamilie. Sein neues Buch "Betrayal: Power, Deceit And The Fight For The Future Of The Royal Family" (auf Deutsch etwa: "Verrat: Macht, Täuschung und der Kampf um die Zukunft der königlichen Familie") erschien am 26. März.
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