Charles in den USA: Wird der König Sohn Harry wiedersehen?

Charles ist gemeinsam mit seiner Frau, Königin Camilla, vom 27. bis zum 30. April zu einem Staatsbesuch in den USA.
Prinz Harry steigt aus einem dunklen Auto.

Trotz der Differenzen von US-Präsident Donald Trump mit der britischen Regierung reist König Charles III. bald zum Staatsbesuch in die Vereinigten Staaten. Die Reise des Monarchen und seiner Frau Königin Camilla vom 27. bis zum 30. April werde die "historische Beziehung und die moderne bilaterale Beziehung" zwischen beiden Staaten würdigen, teilte der Palast mit. Eine andere zerrüttete Beziehung dürfte unangetastet bleiben: jene von Charles und seinem jüngeren Sohn Harry, der mit seiner Familie inzwischen im kalifornischen Nobelort Montecito lebt.

Treffen unwahrscheinlich

"Bei einem Staatsbesuch ist jede Minute verplant – vor allem, wenn der König als Gast eines Staatsoberhaupts unterwegs ist", zitiert das US-People-Magazin eine namentlich nicht genannte Quelle. Der Prinz würde unter diesen Umständen nicht erwartet, auf ein Treffen zu pochen. "Harry weiß, wie die Dinge laufen, und würde unter diesen Umständen auch nicht darum bitten", so die Quelle.

Zwischen Harry und König Charles gab es bereits Annäherungsversuche. Im September trafen sich Vater und Sohn zu einem Tee in der Londoner Residenz Clarence House. Ob es wirklich eine Aussöhnung war, können nur die beiden beurteilen. Berichten zufolge hatten sich die beiden seit etwa eineinhalb Jahren nicht mehr gesehen - das Treffen war deshalb eine kleine Sensation. 

Harry und Ehefrau Meghan hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten losgesagt.

Familie von Epstein-Opfer Virginia Giuffre drängt auf Treffen in den USA

Indes drängt die Familie von Epstein-Opfer Virginia Giuffre auf ein Treffen mit dem britischen Monarchen. "Wir bitten König Charles nachdrücklich, sich mit uns und den Überlebenden zu treffen und sich anzuhören, was wir zu sagen haben", teilte Bruder Sky Roberts gemeinsam mit seiner Frau Amanda in der BBC-Sendung "Newsnight" am Dienstagabend mit.

Virginia Giuffre, die sich im April 2025 das Leben nahm, gilt als eines der prominentesten Opfer des Missbrauchsrings von US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Dem britischen Ex-Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor hatte Giuffre vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben. Der jüngere Bruder von Charles verlor im Laufe der Zeit alle Titel und Ehren. Mountbatten-Windsor bestreitet die Vorwürfe. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete mit einem Berichten zufolge millionenschweren Vergleich. Der Besuch des Königspaares falle für die Familie "in eine sehr persönliche Zeit", heißt es den Angaben nach. Ihre Ankunft erfolge "nur zwei Tage nach dem ersten Todestag unserer geliebten Schwester". Die Familie sei dankbar, dass Charles Giuffres Vorwürfen in der Vergangenheit Gehör geschenkt habe. "In ihrem Andenken ermutigen wir den König, mit uns und den Überlebenden zu sprechen und sich weiterhin für Gerechtigkeit im gesamten Vereinigten Königreich einzusetzen."

Nach Informationen der Nachrichtenagentur PA wird ein solches Treffen allerdings nicht stattfinden. Demnach kann das Königspaar keine Opfer von Epstein treffen, solange die Ermittlungen der britischen Polizei zu Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem 2019 in Haft gestorbenen Sexualstraftäter andauern.

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