Ex-Palastchefkoch: Die einzige Sache, die König Charles kontrollieren kann
König Charles III.
Er wisse, wie wichtig die Herkunft seiner Zutaten ist, schreibt Koch Visen Anenden auf seiner Website. Zudem habe er enge Beziehungen zu britischen Bio- und ethisch handelnden Erzeugern aufgebaut. Seine Einstellung dürfte Anenden auch geholfen haben, in der Vergangenheit bei König Charles und Königin Camilla zu kochen und als Head Chef das kulinarische Team im Palast zu leiten.
Der Monarch machte schon als Prinz Schlagzeilen durch sein Engagement in Sachen Umwelt. Diverse Staatsbesuche nutzte er, um für den Umweltschutz zu mobilisieren. „Der Klimawandel ist zweifellos die größte Herausforderung unserer Zeit“, sagte Charles schon 2009, als er den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in Berlin entgegennahm.
Ex-Palastchefkoch: Charles ist ein bescheidener Esser
Der König sei „äußerst interessiert daran, was er isst“ und „ein echter Feinschmecker“, verriet Anenden im Gespräch mit dem Magazin Marie Claire. „Er legt großen Wert auf saisonale Zutaten, und alles stammt vom Anwesen“, so der frühere Palastmitarbeiter. Je nachdem, in welcher Residenz sich die Royals gerade aufhalten, gebe es unterschiedliche Speisen auf dem Menüplan. Auf den Teller komme, „was man aus dem Garten beziehen kann“, so Anenden. Richtig zuschlagen würden Charles und Camilla trotz großem Angebot nie. „Das Besondere an den Royals ist, dass sie nicht viel essen“, meint der Ex-Palastkoch. „Es waren immer kleine Portionen. Es waren niemals üppige, voll beladene Teller, niemals.“ Anenden vermutet: „Das kann mit Selbstkontrolle zu tun haben. Menschen wie König Charles haben die Kontrolle über das Essen, und das ist der einzige Aspekt ihres Lebens, den sie kontrollieren können.“
Kampf gegen Lebensmittelverschwendung
König Charles beteiligt sich einem Bericht zufolge auch sonst am Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Wie die Zeitung Telegraph 2023 schrieb, besteht der Monarch darauf, dass er und Camilla zum Tee jeden Tag ein Stück vom selben Kuchen bekommen, bis er aufgegessen ist.
Charles bevorzugt demnach Obstkuchen - im Gegensatz zu seiner Mutter Queen Elizabeth II., die Chocolate Biscuit Cake (unter anderem auch als Kalter Hund bekannt) bevorzugte.
Stopfleberverbot
Die umstrittene Delikatesse Foie gras ist in den königlichen Residenzen verboten. Die auch als Stopfleber bekannte Speise kommt damit weder im Buckingham-Palast noch im ostenglischen Sandringham, im schottischen Balmoral, im nordirischen Hillsborough oder in Windsor bei London auf den Tisch.
Der für seinen Einsatz um den Umweltschutz bekannte Charles gilt schon lange als Gegner von Foie gras. Die Herstellung ist in Großbritannien verboten, nicht aber der Verkauf oder die Einfuhr.
Die Organisation Peta geißelt das Stopfen der Gänse und Enten schon seit Langem als grausam und verweist auf das Mästen der Tiere über ein direkt in den Hals geschobenes Rohr. Bei der Stopfleber handle es sich um eine krankhaft vergrößerte Fettleber, die bis zu zehnmal so groß sei wie die Leber eines gesunden Tieres. Rechne man die Menge des zwangsweise verabreichten Futters auf den Menschen hoch, dann entspräche das bis zu 14 Kilogramm Nudeln pro Tag. Das Stopfen verursache gravierende Nebenwirkungen bei den Tieren: von Atemnot über Halsverletzungen bis hin zu Leberblutungen und Herzversagen.
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