Ex-Palastbutler: Schlucht zwischen Charles und Harry scheint jetzt tiefer denn je zu sein
König Charles III.
Seit Montag weilt der britische Prinz Harry in Großbritannien. Er kam alleine, ohne Ehefrau Herzogin Meghan und die gemeinsamen Kinder Archie und Lilibet. Anlass des Besuchs sind mehrere Termine, darunter Feierlichkeiten rund um den von ihm gegründeten Sportwettbewerb Invictus Games für kriegsversehrte Veteranen. Die britische Yellow Press interessiert vor allem, ob ein Treffen zwischen Harry und seinem Vater Charles stattfinden würde.
Ex-Palastbutler: Glückliches Familienzusammensein noch nicht in Sicht
Der frühere Palast-Butler Grant Harrold glaubt, dass es so oder so noch nicht zu einer richtigen Aussöhnung kommen wird. Im Gespräch mit dem Magazin Marie Claire gab er an, „noch sehr, sehr lange nicht mit einem glücklichen Familienzusammensein“ zu rechnen. „Angesichts all dessen, was in den letzten 48 Stunden passiert ist, würde ich sagen, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass wir in absehbarer Zeit irgendeine Art von Versöhnung erleben werden“, so Harrold.
Wo Harry während seines Aufenthalts wohnen sollte, hatte bereits im Vorfeld für Furore gesorgt: Montagfrüh gab das Team des Prinzen laut Medienberichten bekannt, Harry werde während seines Aufenthalts in Großbritannien in dieser Woche im Buckingham-Palast wohnen und habe ein entsprechendes Angebot des Königshauses angenommen. Wenig später dementierte der Palast dies jedoch. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der 41-Jährige eine entsprechende Frist für das Angebot nicht beachtet - ein Aufenthalt sei deshalb nicht möglich. Demnach benötigt der Palast eine gewisse Vorlaufzeit, um Besuche planen zu können. Ein Sprecher von Harry bezeichnete den Vorgang der BBC zufolge als „enttäuschend“. Es sei „unklar, warum das Unterkunftsangebot, nachdem es formell angenommen worden war, nun im letzten Moment zurückgezogen wurde“, behauptete der Sprecher demnach.
Niederlage vor Gericht
Auch in Bezug auf Harrys Angelegenheiten vor Gericht musste er eine Niederlage verkraften. Der vielbeachtete Bespitzelungsprozess ging nicht zu seinen Gunsten aus.
Harry und sechs andere Prominente waren mit ihrer Klage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung Daily Mail gescheitert. In einem 436 Seiten langen schriftlichen Urteil erklärte der Richter, die Kläger hätten die vorgebrachten Vorwürfe der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend beweisen können. Die Klage werde deshalb abgewiesen. In einem Statement sprach Harry wenige Stunden nach dem Urteil gemeinsam mit Mitklägerin Doreen Lawrence von einer „offensichtlichen Vertuschung“, die aber nicht unerwartet komme. Man habe versucht, Gerechtigkeit zu erlangen, diese aber nicht erhalten.
Beide tun sich schwer, Vergangenheit hinter sich zu lassen
Harrys Kritik am His Majesty’s Courts & Tribunals Service bringe Charles in eine unangenehme Situation, heißt es im Bericht von Marie Claire. Ex-Palastinsider Harrold: „Ich kann mir einfach nicht so recht vorstellen, wie der König das Geschehene überwinden kann, und ebenso wenig kann ich mir vorstellen, wie Harry das schaffen könnte. Die Schlucht zwischen ihnen scheint jetzt tiefer denn je zu sein.“
Die britische Boulevardpresse berichtete aber auch, dass Charles nach wie vor hoffe, seinen Sohn und dessen Familie zu sehen. Der Zeitung Mirror zufolge habe der Monarch seine Berater angewiesen, Gespräche mit Harry und Meghan über ein Wiedersehen zu führen. Er wünsche sich auch, Archie und Lilibet zu treffen, so der Mirror unter Berufung auf namentlich nicht genannte Palastquellen. Zwischen Vater und Sohn soll in den zurückliegenden Wochen ebenfalls ein Austausch stattgefunden haben.
„Es ist noch nichts ausgeschlossen, die Gespräche dauern an“, zitiert der Mirror eine Quelle. Ein weiterer Palastinsider meint: „Der König würde sich die Gelegenheit, Zeit mit seinen Enkelkindern zu verbringen, nicht entgehen lassen, und wenn es einen Weg gibt, dies zu ermöglichen, wird er es tun.“ Es würde etwa auch überlegt, Meghan und die Kinder nur für einen kurzen Besuch einfliegen zu lassen, so der Mirror.
Prinz Harry hatte sich 2020 aus dem inneren Kreis der Royals gelöst. Er lebt mit Herzogin Meghan und den beiden Kindern in den USA.
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